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Mündliche Prüfung: Nützliche Tipps für die richtige Prüfungsvorbereitung

Mündliche Prüfung: Nützliche Tipps für die richtige Prüfungsvorbereitung
© Robert Kneschke / shutterstock.com
Inhalt:
  1. 7 Tipps für die mündliche Prüfung in der Ausbildung
    1. 1. Bedenkzeit
    2. 2. Nachhaken
    3. 3. Präzision
    4. 4. Stichworte
    5. 5. Erlaubte Hilfsmittel nutzen
    6. 6. Keine Antwort?
    7. 7. Dein Auftreten
    8. Mündliche Prüfung Freistellung
  2. Mündliche Prüfung in der Ausbildung nicht bestanden: Was tun?

Allein der Gedanke an deine erste mündliche Prüfung treibt dir die Schweißperlen auf die Stirn? Die Vorstellung, wie du ganz alleine vor drei Prüfern stehst, bringt deine Knie zum schlottern? Keine Panik! So eine mündliche Prüfung ist gar nicht so schlimm, wie man sie sich immer so ausmalt.

Außerdem ist sie ruck zuck vorbei, denn in der Regel dauert die mündliche Prüfung in der Ausbildung nur etwa 20 Minuten! Damit diese 20 Minuten auch wie im Flug vergehen, haben wir für dich 7 Tipps für die mündliche Prüfung zusammengestellt. Außerdem erfährst du hier, was du über die Freistellung von Auszubildenden für Prüfungen wissen musst, sowie, welche Möglichkeiten du hast, solltest du die Prüfung doch nicht bestanden haben.

Je besser du dich auf die Prüfung vorbereitest, desto gelassener wirst du am Tag dieser sein! Also: Auch wenn es nervt und du das Gefühl hast, du gehst deine Hefte und Mappen zum hundertsten Mal durch, so wird dich das am Abend vor dem großen Prüfungstag sicherlich ruhiger schlafen lassen, als wenn du dir noch zusätzlich darüber Gedanken machen müsstest, dass du vielleicht noch mehr hättest lernen sollen.

Überlege dir, welche Fragen wahrscheinlich sind? Die Antworten auf diese Fragen kannst du dir bereits zurechtlegen und in der Prüfung dann nur noch abspulen. Zudem empfehlen wir dir, die Prüfungssituation zu simulieren. Lege deinen Eltern oder Freunden die Fragen bereit, von denen du denkst, du wirst sie in der mündlichen Prüfung wahrscheinlich beantworten müssen und übe so die Prüfung.

Halb so schlimm wird die ganze Situation, wenn du diese nicht mehr als wichtigen Teil der Abschlussprüfung betrachtest, sondern einfach nur als ein Fachgespräch zwischen zwei Profis. Ja genau! Du stehst kurz vor dem Erreichen des Ausbildungszieles und kannst dich mittlerweile auch Profi auf deinem Gebiet nennen. Nun gilt es nur noch, das ganze vorhandene Fachwissen abrufen zu können. Dann steht einer erfolgreichen mündlichen Prüfung nichts mehr im Wege!

7 Tipps für die mündliche Prüfung in der Ausbildung

1. Bedenkzeit

Viele Azubis glauben, dass ihre Antworten während der mündlichen Abschlussprüfung wie aus der Pistole geschossen kommen müssen. Aber so ist es nicht! Nimm dir bei der Beantwortung einer Frage ruhig ein wenig Bedenkzeit. Sortiere einzelne Stichworte deiner Antwort und bereite diese in Gedanken vor. Wenn du dann genau weißt, was du sagen möchtest, kannst du die Frage beantworten. Bedenke: Du hast bei einer mündlichen Prüfung nicht die Chance, deine Antwort später nochmal zu ergänzen, so wie bei einer schriftlichen Prüfung. Wähle deine Antwort daher mit Bedacht und nimm dir dafür ruhig die Zeit, die du brauchst.

2. Nachhaken

Du stehst alleine vor mindestens drei Prüfern, es geht um das Erreichen deines Ausbildungszieles: Da ist es das normalste der Welt, wenn du aufgeregt und nervös bist. Solltest du vor lauter Nervosität eine Frage deines Prüfers nicht richtig verstanden haben, dann hak nochmal nach! Es wäre ein großer Fehler, sich hierfür zu schämen und einfach drauf los zu sprechen und einfach zu hoffen, dass genau das gemeint war. Genier dich nicht und bitte deinen Prüfer, die Frage noch einmal zu wiederholen!

Das ist absolut kein Problem und wird auch nicht negativ gewertet! Ein anderer Punkt ist der, wenn du die Frage an sich nicht verstanden hast. Dann kannst du dir auch keine passende Antwort überlegen. Bitte deinen Prüfer in diesem Fall, die Frage anders zu formulieren. Auch hier ist es kein Problem zu sagen: „Entschuldigen Sie, ich verstehe die Frage nicht. Würden Sie diese bitte anders formulieren?“.

3. Präzision

Als gut vorbereiteter Azubi weißt du natürlich jede Menge. Doch weil die Prüfungszeit in der mündlichen Prüfung doch sehr begrenzt ist, empfehlen wir dir darauf zu achten, dass du präzise Antworten gibst. Sicherlich könntest du weit ausholen und Fachwissen runter rattern, dass alle von den Socken haut. Aber dies ist nicht Sinn und Zweck der Prüfung. Beantworte nur, was du gefragt wurdest. Lange Umschreibungen und das Anschneiden vieler anderer Themengebiete würde irgendwie signalisieren, dass du keine präzise Antwort auf die Frage weißt und daher einfach alles erzählt, was du so gelernt hast. Daher unser Tipps für die mündliche Prüfung: Nimm dir wie bereits gesagt ein wenig Bedenkzeit und beantworte konkret die Frage, die dir gestellt wurde.

4. Stichworte

In der Regel ist es so, dass die Prüfer sich Stichworte aus deiner Antwort nehmen, und daraus ihre nächste Frage formulieren. Unser Tipp: Schneide keine Themen an, bei denen du unsicher bist oder die dir schwerfallen. Fühlst du dich bei einem Thema sehr sicher, dann könntest du ein Stichwort daraus in deine Antwort einbauen. Mit ein wenig Glück springt der Prüfer darauf an und du könntest den weiteren Prüfungsverlauf somit zu deinen Gunsten positiv beeinflussen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Befolge diesen Tipp nur, wenn es sich inhaltlich auch wirklich anbietet. Ansonsten gilt bei der Antwort Präzision.

5. Erlaubte Hilfsmittel nutzen

Besonders diejenigen Azubis, die eine kaufmännische Ausbildung hinter sich haben, bekommen es in der mündlichen Abschlussprüfung unter Umständen mit Zahlen zu tun. Anstatt dein ohnehin viel zu aufgeregtes Gehirn jetzt noch mit Kopfrechnen zu foltern, kannst du ruhig auf die Hilfsmittel zurückgreifen, die man dir bereitstellt. In der Regel ist das ein Zettel und ein Stift, manchmal aber auch eine Tafel oder ein Flipchart. Bloß keine Scheu! Verwende diese Hilfsmittel ruhig, wenn es um Zahlen geht oder wenn diese bei der Beantwortung einer anderen Frage hilfreich sein könnten. Dafür sind sie ja schließlich da.

6. Keine Antwort?

Man stellt dir eine Frage und du weißt die Antwort darauf nicht? Keine Panik! Hier gilt es, Ruhe zu bewahren, tief ein- und auszuatmen und seine Gedanken zu sortieren. Vielleicht hast du einen Blackout. Dann fällt dir die Antwort in ein paar Sekunden wieder ein. Aber wenn du wirklich nicht weiterkommst, dann bringt es auch nichts, dir irgendwas aus den Fingern zu saugen.

Sei so ehrlich und sage deinem Prüfer, dass du die Antwort darauf nicht weißt. Das hat auch für dich Vorteile: Du verschwendest keine Zeit damit, die Frage falsch zu beantworten. Stattdessen geht es gleich weiter zur nächsten Frage. Der Mut, sich diese Lücke einzugestehen verschafft dir mehr Zeit, um mit deinem Wissen bei anderen Themengebieten zu glänzen!

7. Dein Auftreten

Natürlich geht es in einer mündlichen Prüfung darum, das Ausbildungsziel zu erreichen indem man zeigt, dass man ein Profi in seinem Ausbildungsberuf geworden ist und sich in den unterschiedlichen Themenschwerpunkten bestens auskennt. Doch auch dein Auftreten in der Prüfungssituation spielt eine Rolle. Unser Tipp für die mündliche Prüfung: Kleide dich ein wenig schicker als sonst.

Also keine zerrissene Jeans und kein ausgewaschenes T-Shirt, sondern lieber ein Hemd oder eine Bluse anziehen. Ungeheuer wichtig ist außerdem, dass du pünktlich erscheinst. Befolge diese Tipps und du machst einen positiven ersten Eindruck bei den Prüfern! Diesen positiven Eindruck wahrst du während der gesamten Prüfung, wenn du deinen Prüfer immer ausreden lässt und diesen nicht unterbrichst, und bei der Beantwortung der Frage nicht auf den Boden, sondern den Prüfer anschaust.

Mündliche Prüfung Freistellung

Für den Tag deiner Abschlussprüfung für die Ausbildung ist dein Ausbildungsbetrieb dazu verpflichtet, dich für den gesamten Prüfungszeitraum freizustellen. Inklusive Pausen! Ob du danach wieder in den Betrieb zurück musst um zu arbeiten, kann dieser selbst entscheiden. Verpflichtet sind die Ausbildungsbetriebe allerdings nicht, den Azubi für den gesamten Tag freizustellen. Wenn du nach der Prüfung wieder in den Betrieb musst, dann wird dir die Fahrtzeit von der Prüfung bis zum Unternehmen als Arbeitszeit angerechnet. Du bist am Tag deiner Abschlussprüfung noch minderjährig? Dann wirst du für den gesamten Tag deiner Abschlussprüfung freigestellt! Dies besagt §15 des Berufsbildungsgesetzes.

Mündliche Prüfung in der Ausbildung nicht bestanden: Was tun?

Wer seine Abschlussprüfung nicht besteht, kann diese laut §37 Berufsbildungsgesetz zwei mal wiederholen. Dies gilt auch für den mündlichen Teil der Abschlussprüfung! Dein Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, dich bis zum nächsten Prüfungstermin weiterhin zu beschäftigen! Allerdings hast du selbst die Möglichkeit zu entscheiden, deinen Ausbildungsbetrieb zu verlassen und die Abschlussprüfung als Externer zu wiederholen.

Aber Achtung: Wenn du deine Ausbildung zum vertraglich vereinbarten Termin beendest, erhältst du keine Ausbildungsvergütung mehr, darfst die Berufsschule nicht mehr besuchen und musst dich auch selbst zur nächsten Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer anmelden. Die Kosten für die Prüfung trägst du übrigens auch selbst. Ein weiterer Nachteil: Dir steht keine Berufsausbildungsbeihilfe mehr zur Verfügung und auch das Kindergeld wird gestrichen.

Möchtest du, nachdem du die mündliche Prüfung nicht bestanden hast, weiterhin in deinem Ausbildungsbetrieb bleiben, fallen all die zuvor genannten Nachteile weg. Dein Ausbildungsbetrieb kann sich rechtlich übrigens nicht weigern, dich bei nicht bestandener Prüfung weiterzubeschäftigen. Dein Ausbildungsvertrag verlängert sich dann bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin. Wird die mündliche Prüfung im zweiten Anlauf auch nicht bestanden, dann hast du immer noch einen dritten Versuch! So lange bis du die dritte und letzte Prüfung noch ablegen kannst, muss dich dein Ausbildungsbetrieb beschäftigen. Lass also nicht den Kopf hängen! Du hast immer noch die Chance, dein Ausbildungsziel zu erreichen.

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