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Ausbildung zum Gerber/-in

Du schätzt die hohe Qualität von Leder? Hast selber genügend Lederschuhe in deinem Schuhschrank stehen, hast eine Lieblingslederjacke, die dich schon einige Jahre begleitet und auch bei deinem Sofa war es dir wichtig, dass es aus Leder ist? Dann könnte die Ausbildung zum/zur Gerber/-in genau das Richtige für dich sein, denn hier lernst du jeden einzelnen Schritt, damit aus den Tierhäuten schönes, weiches Leder wird. Daher ist dieser Ausbildungsberuf aber auch nichts für schwache Nerven!  

Gerber/-in
© Venus Angel / shutterstock.com
Kurz und Knapp
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Ausbildungsvergütung
1. Lehrjahr: 660 Euro
2. Lehrjahr: 700 Euro
3. Lehrjahr: 750 Euro
Einstiegsgehalt
1900 Euro
Ausbildungsplätze zum Gerber/in
* Alle Angaben ohne Gewähr

Alle Infos zur Gerber/-in Ausbildung

Bei diesem Ausbildungsberuf handelt es sich um einen traditionellen Beruf, denn bereits in der Steinzeit hat man sich das natürliche Produkt zum Nutzen gemacht und aus Tierhäuten Bekleidung und Schuhe hergestellt. Während damals jedoch alle Schritte per Hand durchgeführt wurden, wirst du in deiner Ausbildung zum/zur Gerber/-in lernen, Maschinen und Geräte zu bedienen. Doch du wirst auch ein Profi im Bezug auf Qualität und Beschaffenheit von Leder und Fellen werden.

Du wirst auch lernen, wie man die Tierhäute und Felle für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Sie müssen zum Beispiel konserviert werden, da sie sonst anfangen würden zu faulen. Dafür werden sie bis zur weiteren Verarbeitung in einer speziellen Lösung aufbewahrt. Wenn es dann mit der Verarbeitung losgehen kann, werden die Tierhäute von den Haaren befreit und restliches Gewebe wird entfernt, denn schließlich wird nur die Haut gebraucht. Auch das Spannen, Schleifen und Spalten der Lederhäute wird zu deinen Aufgaben während deiner Ausbildung zum/zur Gerber/-in gehören, sowie die Trocknung der durchnässten Lederteile. Wie du siehst, ist so ein Gerbverfahren sehr komplex und besteht aus vielen unterschiedlichen Schritten. Doch keine Sorge, diese wirst du schnell beherrschen können.

Schafs-, Schweins-, Rinds- oder Ziegenleder sind die gängigsten Arten von Leder. Aus diesem Grund wirst du mit diesen auch viel in Berührung kommen und schnell feststellen, dass Leder nicht gleich Leder ist. Ziegenleder ist zum Beispiel ganz weich, während Schweinsleder eher grobporig ist und eine vergleichsweise niedrigere Qualität aufweist.

Doch damit nicht genug: Du wirst sogar deinen Freunden erklären können, was Boxcalf, Chevreau und Cordovan sind. Boxcalf ist zum Beispiel Leder von einem jungen Kalb. Chevreau ist ein durchgefärbtes Leder von einer Ziege und Cordovan bezeichnet Pferdeleder, dass aus der hinteren Partie gewonnen wird. Wenn du dir also das nächste Mal ein schönes Paar Lederschuhe kaufen möchtest und die ganzen Bezeichnungen auf dem Schuhkarton nicht verstehst, so wirst du spätestens nach deiner Ausbildung auch endlich genau wissen, wofür du überhaupt so viel Geld ausgibst.

Du denkst du hast auf alle Felle – äh natürlich heißt es Fälle – das richtige Nervenkostüm für diesen Ausbildungsberuf? Dann kannst du dich bei Unternehmen bewerben, die sich auf die handwerkliche oder industrielle Herstellung von Leder spezialisiert haben, also bei Gerbereien oder Lederfärbereien. Daher kannst du diesen Beruf auch entweder in der Industrie oder im Handwerk erlernen. Du wirst überwiegend in Werkstätten und in Produktionshallen unterwegs sein, doch auch in der Berufsschule wird man dich regelmäßig antreffen.  

Notwendiger Schulabschluss

Laut Gesetz ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, allerdings wird dein zukünftiger Arbeitgeber in deiner Bewerbung besonders auf deine Noten in Mathe achten, damit du zum Beispiel das korrekte Mischverhältnis von Gerbstoffen oder Lösungsmitteln, bestimmen kannst. Doch auch gute Noten in Chemie und Technik können von Vorteil sein!

Ausbildungsdauer

Die Ausbildung zum/zur Gerber/-in ist für drei Jahre ausgelegt, kann aber verkürzt werden. Hierzu muss zunächst ein Antrag vom Auszubildenden und Ausbildenden gestellt werden. Die Voraussetzung ist, dass erwartet werden kann, dass du dir als Lehrling auch innerhalb der verkürzten Zeit den Lehrinhalt aneignen kannst. Du hast bereits eine Ausbildung? Dann kann auch dies eine Verkürzung ermöglichen. Doch auch wenn du alle Voraussetzungen erfüllst, hast du kein Recht darauf!

Ausbildungsvergütung

Im ersten Ausbildungsjahr kann sich dein Konto über etwa 660 Euro freuen, im zweiten Lehrjahr über 700 Euro und im letzten Ausbildungsjahr über 750 Euro! Nach bestandener Prüfung kannst du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 1900 Euro brutto rechnen. Die Zahlen können jedoch stark variieren und sollen dir daher als Orientierung dienen.

TIPP: Wenn du nach deiner Ausbildung beruflich voran kommen willst, solltest du schon bereits während der Ausbildung Zusatzqualifikationen erwerben. Doch auch nach der Ausbildung kannst du noch unterschiedliche Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch nehmen, wie zum Beispiel die Weiterbildung zum/zur Industriemeister/-in in der Fachrichtung der Lederherstellung. Wenn du die Hochschulzugangsberechtigung hast, dann kannst du auch Textil- und Bekleidungstechnik studieren gehen!

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