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Burnout im Studium: So erkennst du eine Erschöpfungsdepression

Burnout im Studium: So erkennst du eine Erschöpfungsdepression
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Inhalt:
  1. Burnout und Depression: Symptome früh genug richtig deuten
    1. Burnout-Syndrom: Typische Symptome in Studium und Ausbildung
    2. Depression: Typische Symptome in Studium und Ausbildung
  2. Frühes Burnout: Erschöpfungsdepression erkennen und behandeln
    1. Wer ist häufig von einer Erschöpfungsdepression betroffen?
    2. Was kann letztendlich ein Burnout auslösen?
    3. Wie kann ich herausfinden, ob ich Burnout-gefährdet bin?
    4. Was kann ich zur Behandlung einer Erschöpfungsdepression tun?

Das Studium war die schönste Zeit meines Lebens! Vielleicht hast du diesen Satz schon häufiger gehört, allerdings vergessen viele, die von ihrer unbeschwerten Zeit im Studium berichten, den Stress, der leider zu den Prüfungen und Klausuren in der Uni dazu gehört. Ob du im Studium oder in der Ausbildung überfordert bist, hängt zum einen mit deinem Stresslevel zusammen. Zum anderen kann es sein, dass du noch nicht das richtige Fach oder den passenden Ausbildungsberuf für deine Kompetenzen und Fähigkeiten gefunden hast. Falls du Angst hast, dass deine Überforderung und der Stress dich letztendlich in den Burnout treiben oder du bereits Symptome zeigst, solltest du unbedingt unsere Tipps befolgen.

Burnout und Depression: Symptome früh genug richtig deuten

Burnout und Depression machen vor keinem Alter halt. Es kommt immer wieder vor, dass junge Menschen bereits in der Schule, Ausbildung oder im Studium so stark überfordert sind, dass Sie Symptome einer dieser psychischen Krankheiten zeigen.

Falls dein Studium dich nicht nur stresst oder du manchmal überhaupt keine Lust auf ein Seminar oder eine Vorlesung hast, sondern tatsächlich eines oder mehrere der oben aufgeführten Symptome auf dich zutreffen, solltest du zunächst einmal klären, ob du unter einem Burnout bzw. einer Erschöpfungsdepression oder sogar einer klassischen Depression leidest.

Viele Ärzte sind sich bis heute in der Diagnose der beiden durch Stress und Überlastung hervorgerufenen Erkrankungen nicht sicher, da ein Burnout und eine Depression häufig dieselben Symptome verursachen. Im Folgenden grenzen wir die beiden Krankheiten voneinander ab, damit du deine Symptome richtig deuten kannst.

Burnout-Syndrom: Typische Symptome in Studium und Ausbildung

Der Burnout-Begriff entstand zum Ende des letzten Jahrhunderts und beschreibt erst einmal bestimmte Arten von persönlichen Krisen, die ständigen Stress, Überlastung und Überforderung am Arbeitsplatz als Ursachen haben. Im medizinischen Sinne kann keine klare Diagnose eines Burnouts gestellt werden, da diese bisher nicht als psychiatrische Krankheit eingestuft wird. Dennoch wird häufig auch von einer Erschöpfungsdepression gesprochen, die durchaus therapierbar ist.

Dies sind typische Symptome eines Burnouts:

  • Versagensängste
  • Emotionale Erschöpfung
  • Körperliche Erschöpfung
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Nachlassende Leistungsfähigkeit
  • Starke Müdigkeit
  • Gedankendrängen
  • Lustlosigkeit  
  • Unzufriedenheit
  • Gleichgültigkeit
  • Zynismus
  • Entfremdung vom Studium
  • Fokus auf Grundbedürfnissen
  • Gereiztheit bis zur Aggression
  • Sozialer Rückzug
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Rückenschmerzen

Dies sind die wichtigsten Symptome eines Burnouts. Allerdings musst du sehr vorsichtig sein, wenn du versuchst, deine Symptome richtig zu deuten. Die Depression ist der Symptomatik eines Burnout-Syndroms sehr ähnlich und bedarf einer umgehenden Behandlung durch einen Psychologen. Im Folgenden erfährst du, wie du die Form der Depression durch Überlastung und Stress richtig erkennst.

Depression: Typische Symptome in Studium und Ausbildung

Anhaltender Stress im Studium, Unzufriedenheit und Überforderung können langfristig zu einem Burnout führen. Bleibt dieses unbeachtet und unbehandelt, kann sich daraus schnell eine Depression entwickeln. Als ernst zu nehmende Krankheit solltest du spätestens bei zusätzlichem Auftreten der folgenden körperlichen und psychischen Symptome mit deinem Hausarzt sprechen.

Dies sind übliche Anzeichen für eine klassische Depression:  

  • Reizbarkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Erhöhte Ermüdbarkeit
  • Mangelnde Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Vermindertes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Gefühl von Wertlosigkeit
  • Pessimistische Zukunftsgedanken
  • Suizidgedanken oder –handlungen
  • Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
  • verminderter Appetit
  • Gewichtsverlust
  • Körperliches Schweregefühl
  • Herzrasen
  • Kopfschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Gelenk- und Rückenschmerzen

Diese typischen Symptome einer Depression treten meist über mehrere Wochen hinweg in einer akuten Phase von bis zu acht Monaten auf. Wenn eine Depression chronisch verläuft, kann diese mehrere Jahre oder sogar ein Leben lang andauern. In den meisten Fällen ist eine Psychotherapie zu empfehlen, um einer Verschlechterung der Symptome vorzubeugen und den Leidensdruck des Betroffenen zu mildern.

Solltest du also das Gefühl haben, unter einer ernsthaften Depression zu leiden oder sogar Suizidgedanken verspüren, darfst du keine Sekunde länger zögern und dich umgehend bei deinem Hausarzt oder einer Beratungsstelle zu einem Gespräch melden. (Hilfe findest du z. B. hier: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/)

Frühes Burnout: Erschöpfungsdepression erkennen und behandeln

Am häufigsten tritt ein Burnout bei Angestellten durch berufliche Überlastung auf. Allerdings sind auch Schülerinnen und Schüler, Studenten und Auszubildende nicht davon verschont, ein derartiges Krankheitsbild zu entwickeln. Um zu erkennen, ob du unter einer Erschöpfungsdepression leidest und wie du diese behandeln kannst, klären wir die folgenden Fragen rund um das Burnout in Schule, Studium oder Ausbildung.

Wer ist häufig von einer Erschöpfungsdepression betroffen?

Die Beschwerden eines Burnouts sind vielfältig. Darum ist es so schwer, die Erschöpfungsdepression früh zu erkennen und vor allem in Abgrenzung zu einer klassischen Depression richtig zu deuten. Betroffene haben häufig einen hohen Leistungswillen, starken Idealismus und sind sehr perfektionistisch.

Somit lassen sich Misserfolge oder Fehlschläge in Studium, Ausbildung und Beruf nur schwer ertragen. Nicht selten werden diese Niederlagen auf die gesamte Persönlichkeit übertragen. Trifft das auf dich zu? Dann bist du grundsätzlich anfällig für eine Erschöpfungsdepression.

Was kann letztendlich ein Burnout auslösen?

Die Entstehung einer Erschöpfungsdepression hat meist einen hohen Erwartungsdruck als Ursache. Nicht selten liegt beim Betroffenen ein Mangel an Autonomie vor oder er fühlt sich in Rollenkonflikten gefangen und leidet unter Leistungsdruck. Zudem begünstigen sowohl im Job als auch im Studium oder in der Ausbildung Zeitdruck, hohe Ansprüche und wenig Freizeit das Auftreten eines Burnouts.

Wie kann ich herausfinden, ob ich Burnout-gefährdet bin?

Ob du tatsächlich an einem Burnout oder sogar an einer Depression leidest, können wir dir natürlich nicht mit Sicherheit beantworten. Allerdings kannst du anhand unseres Selbsttests mit spezifischen Fragen zumindest herausfinden, ob du potenziell gefährdet bist, ein Burnout zu bekommen. Du solltest die folgenden Fragen jedoch keinesfalls als Ersatz für eine ärztliche Behandlung sehen.

Welche Aussagen treffen auf dich zu?

  1. Im Vergleich zu meinen Kollegen, anderen Azubis oder Kommilitonen erwarte ich deutlich höhere Leistungen von mir.
  2. Wenn ich einen Fehler mache oder eine Prüfung nicht bestanden habe, sehe ich mich gänzlich als Versager.
  3. Mir ist sehr wichtig, dass mich andere Menschen mögen.
  4. Wenn in meinem Umfeld etwas schief geht, dann mache ich in erster Linie mich selbst dafür verantwortlich.
  5. Freunde oder Kollegen um Hilfe zu bitten, ist für mich ein Eingeständnis von Schwäche.
  6. Ich gehe immer auf Nummer sicher und vermeide Risiken oder Herausforderungen.
  7. Mein Leben ist anstrengend und voller Probleme.
  8. Meine Bemühungen und Anstrengungen im Studium, Job oder in der Ausbildung zahlen sich nicht in Form von Anerkennung, guten Noten oder Geld aus.

Falls eine oder mehrere dieser Aussagen auf dich zutreffen, kann es gut sein, dass du potenziell gefährdet bist, an einer Erschöpfungsdepression zu erkranken. Allerdings muss dies noch nicht bedeuten, dass du tatsächlich Hilfe benötigst. Erst wenn du dich unwohl in deiner täglichen Pflicht oder im gesamten Leben fühlst, ist es ratsam, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Weitere deutliche Anzeichen sind Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und insgesamt ein Gefühl, dem Alltag nicht mehr gewachsen zu sein. Wenn es dir nicht gelingt, selbst klare Grenzen für dich zu setzen und die Dinge in deinem Leben zu ändern, die dich stressen oder überfordern, ist es an der Zeit, professionelle Hilfe bei deinem Hausarzt bzw. einem Psychotherapeuten zu suchen.

Was kann ich zur Behandlung einer Erschöpfungsdepression tun?

Zur Behandlung eines Burnouts im Studium oder in der Ausbildung wird dein Arzt dir vermutlich zu einer psychotherapeutischen Akutbehandlung oder einer sogenannten Kurzzeittherapie raten. Meist reicht diese bereits aus, um die Beschwerden im Rahmen der Erschöpfungsdepression zu lindern und langfristig wieder arbeits- und leistungsfähig zu sein.

In der Therapie wird der Psychotherapeut deine Grundannahmen hinsichtlich deines Selbstwertes sowie deiner Beziehungen untersuchen. Im ersten Schritt erfolgt eine Analyse der Belastungsfaktoren im Außen sowie eventueller autoaggressiver oder selbstschädigender Verhaltensweisen.


Das Ziel einer solchen Therapie ist es, dass du dein Leben selbstfürsorglich gestaltest und eventuelle Arbeitsbedingungen deiner sensiblen Persönlichkeit anpasst und dabei weniger anfällig für Stressoren aus deinem Umfeld bist. Das kann bedeuten, dass du eventuell deinen Ausbildungsberuf oder dein Studienfach wechselst oder sogar, falls notwendig, dein Studium ganz abbrichst. Zudem wird dir dein Arzt oder Therapeut Entspannungstechniken empfehlen wie autogenes Training, Meditation, Achtsamkeitsübungen und Yoga, um deine Resistenz gegen Überforderung und Stress zu fördern.

Erschöpfungsdepressionen sind heutzutage weit verbreitet. Nicht selten wird aus einem solchen Burnout eine chronische Depression, daher solltest du frühzeitig für Aufklärung sorgen und dich ausreichend informieren. Wenn einige der hier aufgeführten Symptome auf dich zutreffen oder das Ergebnis aus dem Selbsttest deine Befürchtungen bestärkt, solltest du sich umgehend einer nahestehenden Person anvertrauen und dir langfristig professionelle Hilfe suchen – das ist längst nichts mehr, wofür du dich schämen musst, sondern im Gegenteil pure Selbstfürsorge. Mit der richtigen Behandlung kannst du dein Leben schnell wieder beschwerdefrei genießen und deinen Bildungsweg sowie deine Karriere ungehemmt bestreiten!

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (23 Artikel) Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Schon während des Erststudiums veröffentlichte sie eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen unterstützt sie das Team von ausbildungsstellen.de durch das Erstellen von Artikeln zu aktuellen Themen. Letzte Artikel
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