ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber Deine Ausbildung bei der Polizei: So wirst du Polizist/-in

Deine Ausbildung bei der Polizei: So wirst du Polizist/-in

Deine Ausbildung bei der Polizei: So wirst du Polizist/-in
© Olaf Ludwig / shutterstock.com
Inhalt:
  1. Ausbildungsberufe bei der Polizei
  2. Formale Voraussetzungen für den Polizeiberuf
  3. Persönliche Voraussetzungen für eine Ausbildung bei der Polizei
    1. Du bist ein Teamplayer
    2. Du bist fit
    3. Stressresistenz ist für dich kein Fremdwort
    4. Kommunikation ist das A und O
  4. Informationen zum Bewerbungsverfahren – So wirst du Polizist/-in
    1. Die Vorauswahl
    2. Der PC-Test
    3. Das Assessment Center
    4. Die polizeiärztliche Untersuchung
    5. Die Nachauswahl

Gerechtigkeit ist für dich das allerhöchste Gut. In deinem Berufsleben würdest du am liebsten für Schutz und Ordnung sorgen. Außerdem bist du sehr gut darin, Lösungen für Probleme zu finden. Eine Karriere bei der Polizei wäre dann wohl genau das Richtige für dich! Polizisten sorgen für die Sicherheit des Einzelnen, aber auch für die des ganzes Volkes. Du gehst einer abwechslungsreichen und spannenden Tätigkeit nach, und kein Arbeitstag gleicht dem anderen. Formale und persönliche Voraussetzungen für eine Ausbildung bei der Polizei, aber auch die wichtigsten Infos zum Auswahlverfahren kannst du gleich hier nachlesen! 

Ausbildungsberufe bei der Polizei

Die Bundesagentur für Arbeit unterscheidet zwischen 10 Möglichkeiten einer Ausbildung zum Polizisten:

  • Beamt(er/in) – Bundeskriminaldienst (gehobener Dienst)
  • Beamt(er/in) – Kriminaldienst (höherer Dienst)
  • Beamt(er/in) – Landeskriminaldienst (gehobener Dienst)
  • Polizeivollzugsbeamt(er/in) (gehobener Dienst)
  • Polizeivollzugsbeamt(er/in) (höherer Dienst)
  • Polizeivollzugsbeamt(er/in) (mittlerer Dienst)
  • Polizeivollzugsbeamt(er/in) – Bundespolizei (gehobener Dienst)
  • Polizeivollzugsbeamt(er/in) – Bundespolizei (höherer Dienst)
  • Polizeivollzugsbeamt(er/in) – Bundespolizei (mittlerer Dienst)
  • Verkehrsüberwachungshelfer/-in / Hilfspolizist/-in 

Informiere dich gut über deine Möglichkeiten und finden die Richtung, die am besten zu dir passt!

Formale Voraussetzungen für den Polizeiberuf

Um eine Ausbildung bei der Polizei machen zu können, musst du bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese können sich von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Aus diesem Grund findest du an dieser Stelle lediglich einen Richtwert. Für genauere Informationen zu einer Ausbildung an deinem Wohnort müsstest du auf der Internetseite der Polizei in deinem Bundesland nachschauen, welche Kriterien für eine Ausbildung erfüllt werden müssen. 

Die schulische Voraussetzung für diesen Ausbildungsberuf ist das Fachabitur oder Abitur. Wer aber bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hinter sich und mindestens drei Jahre Berufserfahrung gesammelt hat, kann sich ebenfalls bewerben. Dies gilt auch für ehemalige Azubis, die einen Meisterabschluss erworben haben. Zu den schulischen Voraussetzungen gesellen sich noch weitere Einstellungskriterien, wie eine Mindestgröße. Eine Frau muss für eine Ausbildung bei der Polizei mindestens 1,63 m groß sein. Ein Mann 1,68 m. Der Body-Mass-Index (BMI) sollte zwischen 18 und 27,5 liegen und die Altersgrenze für den Beginn einer Ausbildung liegt bei 37 Jahren. 

Persönliche Voraussetzungen für eine Ausbildung bei der Polizei

Du bist ein Teamplayer

Zu den wohl wichtigsten Voraussetzungen, um ein guter Polizist werden zu können, zählt die Teamfähigkeit. Denn: Im Berufsleben wirst du immer im Team arbeiten. Daher ist es extrem wichtig, dass du gut mit anderen Menschen auskommst. Schließlich musst du dich in Gefahrensituationen auf Andere verlassen können, ebenso wie sich deine Kollegen auch auf dich verlassen können müssen. Ohne ein gutes Miteinander funktioniert dieser Job eben nicht. 

Du bist fit

Um im Job dein Bestes geben zu können, musst du über ein gewisses Fitness-Level verfügen. Neben Schnelligkeit sind auch Ausdauer, Beweglichkeit und Kraft wichtig. Eine gute Koordination ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen, da du häufig schnell umschalten und von einer Tätigkeit in die andere wechseln musst. 

Stressresistenz ist für dich kein Fremdwort

Als Polizeibeamter/in wirst du regelmäßig zu Konfliktsituationen gerufen. Hier gilt es, immer einen kühlen Kopf zu bewahren. Du darfst auf keinen Fall emotional reagieren oder die Fassung verlieren. Als Schlichter bist du dafür zuständig, Konflikte zu entschärfen. Stressige Situationen können aber auch in ganz anderen Kontexten entstehen. Zum Beispiel bei einer Verfolgungsjagd, Schießerei oder auch bei der Verhaftung eines Täters. Belastbarkeit und Stressresistenz sind daher grundlegende persönliche Voraussetzungen, die in diesem Ausbildungsberuf unverzichtbar sind. 

Kommunikation ist das A und O

Ein Polizist mit schlechten kommunikativen Fähigkeiten? Gibt es nicht. Denn die Kommunikationsfähigkeit gehört zum Handwerkszeug eines guten Polizeibeamten. Ohne diese ist es kaum möglich, professionell zu Schlichten oder mit Tätern zu verhandeln. Auch das Trösten von Opfern ist ohne Kommunikationsgeschick und Empathie nicht möglich. Als angehender Azubi in diesem Beruf sollte dir Kommunikation also unbedingt liegen.

Informationen zum Bewerbungsverfahren – So wirst du Polizist/-in

Die Vorauswahl

In einer Vorauswahl werden deine Bewerbungsunterlagen überprüft. Je nach Bundesland musst du zur Bewerbungsmappe auch noch Sportabzeichen, ein Rettungsschwimmabzeichen, eine Fahrererlaubnis der Klasse B, und eine Bescheinigung zur Tauglichkeit für den Polizeidienst aus polizeiärztlicher Sicht beilegen. Welche Unterlagen du für deine Bewerbung genau benötigst, sagt dir die entsprechende Stellenausschreibung, auf die du dich bewirbst. 

Der PC-Test

Nach einer erfolgreichen Vorauswahl wirst du per E-Mail zu einem PC-Test eingeladen. Dieser beinhaltet Testaufgaben, die deine Lernfähigkeit, deine Merkfähigkeit, aber auch deine Kommunikationsfähigkeit überprüfen. In den Aufgaben geht es zum Beispiel darum, Figursequenzen fortzuführen, Wortanalogien zu erkennen und vieles mehr. Auf diese Art Einstellungstest solltest du dich gut vorbereiten. Denn wenn du hier durchfällst, war es das leider mit deinen Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Wenn du den Test aber meisterst, dann geht es direkt im Anschluss darauf zu einem „Formalgespräch“. Hier werden dir nur ein paar Fragen gestellt, zum Beispiel, ob gegen dich gerade ein Strafverfahren läuft oder du Tätowierungen hast. Danach geht es erneut an den PC, zu einem zweiten Test. Hier geht es um Reaktionsgeschwindigkeit, Konzentrationsfähigkeit und deine Aufmerksamkeit. 

Das Assessment Center

Nach erfolgreichem Bestehen des PC-Tests erhältst du eine Einladung zu einem Assessment Center.  Dich erwarten dort zwei Rollenspiele, ein Vortrag, sowie ein anschließendes Vorstellungsgespräch. Im ersten Rollenspiel wirst du eine typische Konfliktsituation aus dem Arbeitsalltag eines Polizisten nachstellen und lösen müssen. Im zweiten Rollenspiel wirst du den Arbeitsalltag im Büro nachstellen, indem du eine schriftliche Aufgabe bearbeitest und auch ein Telefonat führst. In einem fünfminütigen Vortrag erzählst du etwas zum aktuellen Tagesgeschehen. Du bekommst vorher aber 15 Minuten Zeit, um dich darauf vorzubereiten. Im abschließenden Vorstellungsgespräch bekommst du Gelegenheit, deine Motivation für deinen Berufswunsch zu erklären und auch selbst Fragen zum Ausbildungsberuf Polizeibeamter stellen. 

Die polizeiärztliche Untersuchung

Wenn nicht bereits geschehen dann folgt jetzt der medizinische Check. Dabei wird deine Körpergröße gemessen und dein BMI ermittelt. Es folgt ein Belastungstest (EKG), aber auch eine Untersuchung deines Hör- und Sehvermögens. Zum Schluss gibt es noch eine abschließende Untersuchung vom Polizeiarzt. 

Die Nachauswahl

In diesem letzten Schritt wird entschieden, ob du Polizist/-in wirst oder nicht. Alle deine Unterlagen werden noch einmal geprüft und deine Testergebnisse angeschaut. Wenn alles gut aussieht, hast du das Auswahlverfahren gemeistert und kannst deinen Traumberuf erlernen!


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