ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber Die Ausbildung verkürzen - Diese sechs Möglichkeiten hast du

Die Ausbildung verkürzen - Diese sechs Möglichkeiten hast du

Die Ausbildung verkürzen - Diese sechs Möglichkeiten hast du
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Inhalt:
  1. Die Ausbildung verkürzen: So geht’s
    1. 1. Dein Schulabschluss
    2. 2. Deine berufliche Vorbildung
    3. 3. Du hast bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung
    4. 4. Du möchtest den Ausbildungsplatz wechseln?
    5. 5. Deine Noten in der Berufsschule sind sehr gut
    6. 6. Du absolvierst eine Teilzeitberufsausbildung
  2. Rahmenbedingungen und Infos zur Ausbildungsverkürzung

Die Dauer eines Studiums kann ein Studierender häufig selbst beeinflussen. Wer besonders fleißig ist und auch nicht durch seine Prüfungen rattert, kann damit schon vor der eigentlichen Regelstudienzeit einen Bachelorabschluss machen. Warum sollten dann nicht auch Auszubildende die Möglichkeit erhalten, mit besonders guten Leistungen die Dauer ihrer Ausbildung verkürzen zu können? 

Eine Ausbildung kann sowohl schon vor Ausbildungsbeginn, also während des Vertragsabschlusses verkürzt werden, aber auch mittendrin. Damit dies möglich ist, musst du beweisen können, dass du das Ausbildungsziel auch in kürzerer Zeit erreichen kannst. Dafür ist jede Menge Disziplin und Fleiß notwendig. 

Die Ausbildung verkürzen: So geht’s

In der Ausbildungsverordnung zu jedem Ausbildungsberuf ist festgelegt, wie lange eine Lehre in dem jeweiligen Beruf dauert. In einigen Ausbildungsberufen beträgt die Ausbildungsdauer 3,5 Jahre, in anderen wiederum nur 2 Jahre. Im Berufsausbildungsgesetz (BBiG) gibt es aber auch Regelungen, die eine Verkürzung der Ausbildungsdauer unter bestimmten Umständen erlauben. Hier erfährst du, wie du deine Ausbildung verkürzen kannst:

1. Dein Schulabschluss

Bereits während der Schulzeit kannst du schon etwas dafür tun, um deine Ausbildungsdauer verkürzen zu können. Der Zeitrahmen der Verkürzung hängt nämlich maßgeblich von deinem Schulabschluss ab! Hier siehst du, welcher Schulabschluss für welche Verkürzung in Frage kommt:

  • Abitur: Eine Verkürzung um 12 Monate ist möglich 
  • Fachabitur: Eine Verkürzung um 12 Monate ist möglich 
  • Realschulabschluss: Eine Verkürzung um 6 Monate ist möglich

Unter Umständen kann es sich also lohnen, noch einmal richtig Gas zu geben und den bestmöglichen Schulabschluss anzustreben. Wenn du möchtest, kannst du auch vor der Aufnahme einer Lehrstelle versuchen, einen höheren Schulabschluss nachzuholen. Nicht nur, weil du deine Ausbildung damit schneller abschließen kannst, sondern auch, weil du damit bessere Chancen auf einen tollen Ausbildungsberuf hast.

2. Deine berufliche Vorbildung

Zwei Möglichkeiten der beruflichen Vorbildung kommen für Azubis in Frage: Das ist zum Einen ein abgeschlossenes Berufsgrundbildungsjahr, und zum Anderen der erfolgreiche Abschluss einer Berufsfachschule. Beide Bildungsmaßnahmen lassen sich auf die Ausbildungsdauer anrechnen. In welchem Umfang, hängt allerdings vom jeweiligen Bundesland ab.

Wichtig: Der Antrag auf Verkürzung der Ausbildung muss im Falle einer beruflichen Vorbildung schon vor Beginn des Ausbildungsverhältnisses eingereicht werden. Sobald du von einem Unternehmen eine Zusage bekommen hast, kannst du bereits äußern, dass du über eine berufliche Vorbildung verfügst und die Ausbildungsdauer damit verkürzen möchtest. Wenn dein Arbeitgeber dem zustimmt, kann dies bereits von Anfang an im Ausbildungsvertrag festgehalten werden. Sobald die zuständige Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer zugestimmt hat, ist es dann offiziell! Darfst du beispielsweise um ein Jahr verkürzen, dann startest du gleich im zweiten Lehrjahr und erhältst auch die Ausbildungsvergütung, die für das zweite Jahr der Ausbildung vorgesehen ist!

3. Du hast bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung

Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen kann, hat ebenfalls Grund zur Freude: Denn wenn du danach eine Ausbildung in einem ähnlichen Bereich machst, hast du gute Chancen, deine neue Ausbildung verkürzen zu können. In der Regel ist eine Verkürzung um 12 Monate möglich. Gemeinsam mit deinem neuen Ausbildungsbetrieb muss dafür ein Antrag bei der zuständigen Stelle eingereicht werden.

4. Du möchtest den Ausbildungsplatz wechseln?

Azubis, die aus verschiedenen Gründen ihren Ausbildungsplatz wechseln möchten, brauchen sich keine Sorgen zu machen: Die bisherige Ausbildungszeit muss in der Regel nicht noch einmal wiederholt, sondern kann angerechnet werden. Wer im gleichen Ausbildungsberuf bleibt und lediglich den Ausbildungsbetrieb wechselt, kann also theoretisch da weiter machen, wo er oder sie aufgehört hat. Wer dagegen auch den Ausbildungsberuf wechselt, kann sich die bereits absolvierte Lehrzeit dann anrechnen lassen, wenn die beiden Ausbildungsberufe Ähnlichkeit miteinander haben. Hier muss aber im Einzelfall entschieden werden. Sowohl der Ausbildungsbetrieb als auch die zuständige Kammer müssen einer Verkürzung zustimmen. 

5. Deine Noten in der Berufsschule sind sehr gut

Auch während deiner Lehre kannst du zeigen, was du auf dem Kasten hast: Mit guten Noten in der Berufsschule zeigst du, dass du die Ausbildungsinhalte verstehst. Damit eine Ausbildungsverkürzung aufgrund guter Noten für dich in Frage kommt, solltest du einen Notendurchschnitt von besser als 2,5 vorweisen können. Mit deinen guten Leistungen kannst du dich dann, wenn dein Ausbilder und auch deine Berufsschule damit einverstanden sind, einen Antrag auf die vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung stellen. Wird dieser genehmigt, darfst du die Prüfung bereits vor dem geplanten Termin ablegen. Mit Bestehen der Prüfung endet dein Ausbildungsverhältnis ganz automatisch, ohne dass eine Ausbildungsverkürzung im Ausbildungsvertrag vereinbart werden muss. 

6. Du absolvierst eine Teilzeitberufsausbildung

Auszubildende, die bereits ein eigenes Kind haben, um dass sie sich kümmern, oder auch einen Verwandten pflegen müssen, können unter Umständen eine Teilzeitberufsausbildung absolvieren. Dabei wird die wöchentliche Arbeitszeit auf mindestens 25 Stunden reduziert, die gesamte Ausbildungsdauer aber nicht anteilig angefügt. In dieser Variante wird also nicht die gesamte Ausbildungsdauer verkürzt, sondern nur die tägliche Arbeitszeit. Azubis in Teilzeitberufsausbildung müssen all das, wofür andere Auszubildende 40 Stunden in der Woche haben, in der Hälfte der Zeit lernen. 

Rahmenbedingungen und Infos zur Ausbildungsverkürzung

Eine Berufsausbildung legt den Grundstein deiner zukünftigen Karriere. Sie kann also nicht beliebig verkürzt werden. Aus diesem Grund gibt es die sogenannte Mindestausbildungszeit. Für einen Ausbildungsberuf, der eine Regelausbildungszeit von 3,5 Jahren vorsieht, beträgt die Mindestausbildungszeit 2 Jahre. Bei 3 Jahren musst du mindestens 1,5 Jahre ausgebildet werden, und bei einer Ausbildungsdauer von 2 Jahren beträgt die Mindestausbildungszeit 1 Jahr. 

Willst du eine Ausbildungsverkürzung in Angriff nehmen, dann informiere dich am besten auf der Internetseite deiner zuständigen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer. Denn je nach Bundesland können die Voraussetzungen für eine Verkürzung variieren. Erfüllst du alle Voraussetzungen, füllst du den Antrag zusammen mit deinem Ausbilder aus. Ihr beide unterschreibt ihn dann und schickt ihn ab. Mit ein wenig Glück kommt dann eine schriftliche Benachrichtigung darüber, dass du die Chance bekommst, deine Ausbildung zu verkürzen!

Die konkreten Gesetze zur Verkürzung der Ausbildungszeit kannst du auch im Internet nachlesen. Du findest alle relevanten Infos dazu im Berufsbildungsgesetz, unter den Paragraphen 7 und 8.

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