ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber Du, Sie oder beides? Die richtige Anrede in der Ausbildung

Du, Sie oder beides? Die richtige Anrede in der Ausbildung

Du, Sie oder beides? Die richtige Anrede in der Ausbildung
© Sergey Nivens / shutterstock.com
Inhalt:
  1. Regeln der Alten Schule
  2. Zuerst ist Vorsicht geboten
  3. Der Schritt zurück
  4. Der Sonderfall
  5. Eine Sitte im Wandel
  6. Fazit:

Das Vorstellungsgespräch hast du erfolgreich gemeistert und der Vertrag ist unterschrieben. Jetzt willst du so richtig in deiner Ausbildung durchstarten und bei deinem Chef und den Kollegen einen guten Eindruck hinterlassen. Der erste Arbeitstag steht an und du stellst dir die Frage: Wie spreche ich meinen Chef und die Kollegen eigentlich an? Siezen oder duzen – was ist richtig?

Als Kind war das alles noch kein Problem: Du musstest dir noch keine großen Gedanken darüber machen, mit welcher Anrede jemand angesprochen wurde. Freunde, Familie und Fremde wurden einfach geduzt. In der Schule war das schon ein wenig anders, hier gab es das erste Mal klare Regeln: Der Lehrer wird höflich gesiezt, die Mitschüler weiterhin geduzt. Auch fremde, vor allem ältere Menschen schauten einen nun schon einmal komisch an, wenn man sie mit „Du“ ansprechen wollte. Das gehört sich doch nicht. 

Und wie sieht das ganze nun bei deinem ersten Job aus? Ist es unhöflich, wenn man den Chef und die Kollegen von vorn herein duzt oder schafft man damit eine persönliche Ebene? Zeigt es von Respekt, die Belegschaft vorher zu siezen oder ist man dann spießig und verklemmt? Fragen, die sich viele vor ihrem Ausbildungsbeginn stellen. 

Regeln der Alten Schule

Der Knigge, ein Benimmcodex mit vielen Verhaltens-Regeln und Vorlagen, besagt, dass nur bestimmte Personen das Recht haben den anderen zu duzen. So darf zum Beispiel ein älterer Mann einem Jungen das „Du“ anbieten oder eine Frau dem Mann – aber nicht andersherum. In der Berufsfeld ist es ähnlich: Der Hochrangige darf eine persönliche Anrede vorschlagen, also kann dein Chef dir als Angestellten zum Beispiel das „Du“ anbieten.

Zuerst ist Vorsicht geboten

Wenn du dich an deinem ersten Arbeitstag beim Chef und den Kollegen vorstellst, solltest du sie vorerst siezen. Damit bist du immer auf der sicheren Seite. Du zeigst Respekt und stellst deine guten Manieren unter Beweis. Wenn deine Kollegen dir nun aber im selben Atemzug das „Du“ anbieten, kannst du dieses guten Gewissens annehmen. Überlege dir aber gut, ob du auf dieses Angebot direkt eingehen möchtest. Du kannst auch ohne schlechtes Gewissen um eine Bedenkzeit bitten. Denn, wenn du erst einmal zugestimmt hast, musst du auch bei deiner Entscheidung bleiben.

Der Schritt zurück

Nun hast du vor lauter Aufregung direkt den Vorschlag deines Chefs oder der Kollegen angenommen euch von nun an mit „Du“ anzusprechen. Insgeheim ist dir dabei total unwohl, aber kannst du das auch so sagen?  Ja, aber dann solltest du schnell handeln! Umso länger du die Konfrontation hinauszögerst, umso größer bringst du dich in Erklärungsnot. Wenn du innerhalb von 24 Stunden deine Meinung noch einmal überdenkst, verübelt dir eigentlich niemand deine Entscheidung. 

Wenn du zum Beispiel sagst, dass du noch einmal eine Nacht darüber geschlafen  und die ersten Eindrücke verarbeitet hast, dir bei diesem Angebot nicht ganz Wohl sei, werden die Meisten Verständnis zeigen. Achte aber darauf, dass du deinem Gegenüber deinen Entschluss mit Taktgefühl und sehr höflich mitteilst, da man sonst deine Entscheidung auch schnell falsch verstehen kann – was wir natürlich auf jeden Fall verhindern wollen! 

Unser Tipp: Warte ab bevor du das „Du“ annimmst. Es gibt keine Eile. Gerade wenn du neu im Job bist, musst du diese Entscheidung nicht überstürzen. Du kannst zum Beispiel auch sagen, dass du bis zum Ende deiner Probezeit warten möchtest, weil du dir erst einmal ein neutrales Bild verschaffen möchtest oder es auch komplett ablehnen. Wichtig ist, dass du dich mit deiner Entscheidung wohlfühlst.

Der Sonderfall

Was ist aber, wenn dein Chef deine Kollegen duzt, dich aber nicht?  Das bedeutet nicht, dass er dich in irgendeiner Weise weniger wertschätzt oder sogar ausgrenzt. Vielleicht hat er einfach noch nicht daran gedacht, dich danach zu fragen? Mach dir was diesen Fall angeht, nicht allzu große Gedanken. Vielleicht kommt das Angebot noch früher als dir lieb ist. Wichtig ist aber weiterhin: Du bietest das „Du“ nicht selbst an!

Eine Sitte im Wandel

In verschiedenen Branchen ist ein lockerer Umgang Gang und Gäbe und völlig natürlich, sei es zum Beispiel der Friseur oder Blumenladen um die Ecke. Eine Eigenschaft, welche viele Unternehmen mittlerweile übernehmen und in ihre Firmenpolitik mit einbinden.  Die neue,  persönlichere Ebene soll das Gemeinschaftsgefühl und der interne Zusammenhalt der Mitarbeiter steigern. Ein Trend, welcher sich durchsetzt. Allerdings gibt es immer noch bestimmte Branchen, in denen das „Du“ fehl am Platz ist. Auch die Größe des Betriebes ist entscheidend. Wenn in deinem Ausbildungsbetrieb 12 weitere Angestellte sind fällt dir die persönliche Anrede bestimmt leichter, als wenn du in einem Unternehmen mit einer Größenordnung von über 100 Angestellten arbeitest und dann auch noch bei ihrem Vornamen ansprechen, geschweige ihn kennen sollst. 

Fazit:

Die Mischung macht's! Lass dich nicht davon beirren, wie sich andere gegenüber ihren Chefs und Kollegen verhalten. Wenn andere deinen Chef duzen und du willst das Verhältnis aber eher bei einer neutralen Ebene belassen, dann ist das nicht schlimm. Auch wenn du gleich am ersten Tag auf das „Du“ einwilligst, ist das kein Problem – so lange du bei deiner Entscheidung bleibst. Konzentriere dich darauf, wie du dir den Umgang in deinem Arbeitsumfeld vorstellst und sagen kannst: „So fühle ich mich wohl.“

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