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Duales Studium: Wie du mit zwei Abschlüssen schnell Karriere machen kannst

Duales Studium: Wie du mit zwei Abschlüssen schnell Karriere machen kannst
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Inhalt:
  1. Duales Studium – was ist das?
  2. Für und Wider duales Studium: Das sind die Vorteile!
    1. Vorteil 1: Enge Verzahnung von Theorie und Praxis
    2. Vorteil 2: Finanzielle Absicherung  
    3. Vorteil 3: Gute Studienbedingungen
    4. Vorteil 4: Aussicht auf Übernahme  
    5. Vorteil 5: Zwei Abschlüsse in kurzer Zeit
  3. Duales Studium: Das sind die Nachteile!
    1. Nachteil 1: Doppelbelastung
    2. Nachteil 2: Wenig wissenschaftliches Arbeiten
    3. Nachteil 3: Studienabbruch ist problematisch
    4. Nachteil 4: Konzentration auf einen Tätigkeitsbereich
  4. Welcher duale Studiengang passt zu mir?
    1. Frage 1: Wo liegen meine Interessen?
    2. Frage 2: Welche Stärken zeichnen mich aus?
    3. Frage 3: Sind mir feste Arbeitszeiten wichtig?
    4. Frage 4: Wie möchte ich arbeiten?
    5. Frage 5: In welchem Unternehmen und in welcher Branche möchte ich arbeiten: groß, klein oder eine Behörde?
    6. Frage 6: Wie wichtig ist mir ein Auslandsaufenthalt?
  5. Das Angebot an dualen Studiengängen ist groß
  6. Das kostet ein duales Studium

Studieren oder eine Ausbildung absolvieren? Diese Frage stellen sich viele junge Menschen nach ihrem erfolgreichen Schulabschluss. Es gibt jedoch noch eine Alternative: Warum nicht beides miteinander kombinieren? Ein duales Studium ist eine gute Möglichkeit, Theorie und Praxis zu verbinden. In den letzten Jahren haben sich immer mehr junge Menschen für ein berufsbegleitendes Studium entschieden. Was sind die Besonderheiten eines dualen Studiums? Für wen eignet es sich? Was gilt es zu beachten?

Duales Studium – was ist das?

Die Praxis in einem Unternehmen und die Theorie an einer Hochschule oder Berufsakademie – diese besondere Kombination ist für viele junge Menschen eine ideale Basis für einen erfolgreichen Karrierestart. Im Unterschied zum Vollzeitstudium an einer Universität bekommen sie während der Ausbildung außerdem auch ein Gehalt gezahlt.

Für und Wider duales Studium: Das sind die Vorteile!

Die Kombination aus theoretischen und praktischen Phasen ist ein besonderes Merkmal des dualen Studiums. Im Gegensatz zum Vollstudium ist diese Form der Ausbildung nicht nur sehr abwechslungsreich, sie bietet auch weitere Vorzüge. Das sind die 5 wichtigsten Vorteile:

Vorteil 1: Enge Verzahnung von Theorie und Praxis

Positiv ist, dass sich praktische Phasen im Ausbildungsbetrieb mit Phasen in der Hochschule abwechseln. So erwirbst du theoretisches Wissen und jede Menge praktische Berufserfahrung. Das ist sehr abwechslungsreich.

Vorteil 2: Finanzielle Absicherung  

Während Vollzeitstudierende ihre Ausbildung selbst finanzieren müssen, bist du in der guten Situation, über ein geregeltes Einkommen durch den Ausbildungsbetrieb zu verfügen. Dieses ist in der Regel mit einem Ausbildungsgehalt vergleichbar. Es gibt auch Betriebe, die zusätzliche Unterstützungen, wie zum Beispiel die Übernahme von Studiengebühren, anbieten. Auch die Bereitstellung von firmeneigenen Smartphones und Laptops und die Zahlung von Weihnachtsgeld können zusätzliche Benefits sein.

Vorteil 3: Gute Studienbedingungen

Dual Studierende können davon ausgehen, dass sie in der Hochschule meist kleinere Gruppen zusammen lernen. Überfüllte Hörsäle, wie sie an vielen Universitäten üblich sind, gehören nicht zum Alltag. Auch verfügen viele Hochschulen und Berufsakademien, die duale Studiengänge anbieten, über eine moderne Ausstattung.    

Vorteil 4: Aussicht auf Übernahme  

In der Regel kannst du sicher sein, dass dein Arbeitgeber dich am Ende des dualen Studiums auch übernimmt. Schließlich investiert er in deine Ausbildung und möchte später auch von deinem Wissen profitieren. Mit einem festen Job in der Tasche hast du gegenüber Vollzeitstudenten einen großen Vorteil. Die Suche nach einem Arbeitsplatz, das Schreiben von Bewerbungen kannst du dir also schenken.

Vorteil 5: Zwei Abschlüsse in kurzer Zeit

Ein duales Studium, das ausbildungsintegrierend ausgerichtet ist, endet mit zwei Abschlüssen. Du hast also am Ende einen Hochschul- und einen staatlich anerkannten Ausbildungsabschluss in der Tasche. Und das in relativ kurzer Zeit. Eine Ausbildung dauert etwa drei Jahre. Wenn du anschließend noch ein Studium anschließen würdest, dass in der Regel noch einmal fünf Jahre in Anspruch nimmt, dann kommst du mindestens auf eine Dauer von acht Jahren. Im dualen ausbildungsintegrierten Studium hast du dein Ziel wesentlich schneller in vier bis fünf Jahren erreicht.  

Allerdings schließt nicht jedes duale Studium mit zwei Abschlüssen ab. Das gilt nur für das ausbildungsintegrierte Studium.

Diese Studienkonzepte gibt es außerdem:

  • Praxisintegrierter dualer Studiengang: Hier werden während der vorlesungsfreien Zeit sogenannte Praxisblöcke absolviert. Du selbst verbringst die meiste Zeit an der Hochschule und bist zu festen Zeiten im Unternehmen.  
  • Berufsintegrierter dualer Studiengang: Vom Konzept her entspricht diese Variante dem ausbildungsintegrierten Studiengang. Allerdings hat der Absolvent bereits einen Beruf, der jetzt noch um einen Hochschulabschluss ergänzt wird.  
  • Berufsbegleitendes Studium: Es ist ähnlich wie ein Fernstudium aufgebaut. Die Absolventen arbeiten in Vollzeit und studieren neben dem Beruf nach Feierabend, werden für Präsenzzeiten in der Hochschule jedoch vom Arbeitgeber freigestellt.

Duales Studium: Das sind die Nachteile!

Selbstverständlich stellt das duale Studium auch eine große Herausforderung dar. Und es eignet sich auch nicht für jeden Interessenten. Hier die vier stärksten Nachteile, die du in deine Überlegungen mit einbeziehen solltest:

Nachteil 1: Doppelbelastung

Da Studium und Praxisphasen eng miteinander verzahnt sind, ist die Belastung relativ hoch. Neben der Präsenz in Betrieb und Hochschule muss zusätzlich  auch für Klausuren gelernt werden. In den Betriebsphasen ist manchmal auch noch die Berufsschule zu besuchen. Semesterferien, wie sie im Vollzeitstudium üblich sind, gibt es nicht. Du kannst also nur die betrieblich zustehenden Urlaubstage, meist 25 bis 30 Tage zur Erholung nutzen.

Nachteil 2: Wenig wissenschaftliches Arbeiten

Ein duales Studium ist sehr praxisorientiert und bildet für die Tätigkeit in einem Unternehmen aus. Deshalb liegt der Schwerpunkt auch nicht auf der  wissenschaftlichen und forschenden Arbeit. Studierende, die vielleicht Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten gewinnen, haben mit einem dualen Studium und einem Bachelorabschluss eher kaum Chancen, später in die Forschung zu gehen.  

Nachteil 3: Studienabbruch ist problematisch

Wenn du während des dualen Studiums feststellst, dass deine Berufs- und Studienwahl nicht die richtige war, dann ist es schwierig, einfach aufzuhören.  Vollzeitstudierende können ihr Studium abbrechen oder ein anderes Fach wählen. Wenn du dich für eine vorzeitige Beendigung entscheidest, kann dein Arbeitgeber zum Beispiel die bisher gezahlten Studiengebühren zurückverlangen.    

Nachteil 4: Konzentration auf einen Tätigkeitsbereich

Ein duales Studium ist inhaltlich sehr fokussiert. Deshalb entscheidest du dich bei der Wahl des Studienfachs auch für deinen späteren Arbeitsbereich. Normal Studierende haben mehr Möglichkeiten, sich mit verschiedenen Themen zu beschäftigen und sich so breiter aufzustellen. Außerdem können sie durch Praktika in verschiedenen Unternehmen zusätzliches Wissen generieren. Als dual Studierender bist du an dein Unternehmen gebunden.  

Welcher duale Studiengang passt zu mir?

Ein duales Studium hat Vor- und Nachteile. Deshalb musst du für dich abwägen, ob du dich für diesen Weg entscheidest. Sinnvoll ist es, sich im Vorfeld zu informieren. Jobmessen sind eine Möglichkeit, um sich einen Überblick zu verschaffen. Kommst du am Ende zu der Erkenntnis pro duales Studium, dann musst du dir im Klaren darüber werden, welchen Studiengang du favorisierst. Mit deiner Wahl legst du dich bereits auf deinen späteren Arbeitsbereich fest.

Selbsttest: Diese 6 Fragen solltest du dir stellen:

Frage 1: Wo liegen meine Interessen?

Was macht dir besondere Freude, womit beschäftigst du dich sehr gerne. Hilfreich kann auch der Blick auf die Fächer in der Schule sein, die dir Spaß gemacht haben.

Frage 2: Welche Stärken zeichnen mich aus?

Um ein geeignetes Studienfach zu finden, solltest du wissen, welche Fähigkeiten du mitbringst. Sind es eher kommunikative Kompetenzen oder bist du eher IT- oder technikaffin?

Frage 3: Sind mir feste Arbeitszeiten wichtig?

Es gibt Branchen, in denen Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten gefordert wird. Wenn dir feste Zeiten wichtig sind, macht es wenig Sinn, wenn du später zum Beispiel in der Veranstaltungsbranche deine berufliche Zukunft siehst.

Frage 4: Wie möchte ich arbeiten?

Bist du ein „Schreibtisch-Typ“ und arbeitest gern an einem festen Arbeitsplatz im Büro am Computer? Oder brauchst du mehr Bewegung und einen regelmäßigen Wechsel des Arbeitsortes?

Frage 5: In welchem Unternehmen und in welcher Branche möchte ich arbeiten: groß, klein oder eine Behörde?

Ob kleines oder großes Unternehmen, die Größe hat zwar keinen direkten Einfluss auf dein Studium. Dennoch solltest du bedenken - in einem großen Unternehmen werden wahrscheinlich mehrere dual Studierende sein. Im kleineren Betrieb bist du eventuell der Einzige. Vorteil: Das Unternehmen kann individueller auf deine Bedürfnisse eingehen.

Frage 6: Wie wichtig ist mir ein Auslandsaufenthalt?

Wenn du deine Ausbildung nutzen möchtest, um zusätzliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln, dann kommt es auf die Wahl des Studienfachs ganz besonders an. Ein duales Studium im Bereich Gesundheit ist hier weniger sinnvoll. Wenn du dagegen Wirtschaft studierst, erhöhen sich deine Chancen einen Teil der Zeit eventuell in der Niederlassung im Ausland zu verbringen.

Das Angebot an dualen Studiengängen ist groß

Dual Studierende können aus einem großen Angebot von mehr als 1600 Studiengängen auswählen. Neben Wirtschaft, IT und Technik eröffnen sich auch im Bereich Medien, Soziales, Sport und Gesundheit interessante Studienmöglichkeiten. Je nach Fachrichtung lenkst du mit deiner Entscheidung deine Karriere damit in eine bestimmte Richtung. Hier einige häufig gewählte Studiengänge:

  • BWL
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Maschinenbau
  • Bauingenieurwesen
  • Tourismusmanagement
  • Soziale Arbeit
  • Pflegemanagement

Das kostet ein duales Studium

Für das duale Studium können Hochschulen und Berufsakademien Gebühren berechnen. Sie liegen zwischen 300 und 600 Euro monatlich. In dem meisten Fällen übernimmt der Betrieb die Kosten. Verpflichtet ist er dazu jedoch nicht.  Sinnvoll ist es, bereits im Bewerbungsgespräch dieses Thema anzusprechen, damit du genügend Zeit hast, um dich um deine Finanzierung zu kümmern.

Dual Studierende erhalten zwar ein monatliches Gehalt, das je nach Branche variiert. Das heißt jedoch nicht, dass es grundsätzlich ausreicht, um deinen Lebensunterhalt zu sichern. Neben den Ausgaben für Miete, Lebensmittel und eventuelle Studiengebühren musst du auch Ausgaben für Fahrten zur Hochschule und zum Betrieb sowie für Bücher einkalkulieren.

So finanzierst du dein duales Studium:

  • Familie
    In den meisten Fällen übernimmt die Familie die Studienfinanzierung. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der finanziellen Situation ab. Manche Eltern überlassen ihren Kindern auch das Kindergeld, das bis zum Erreichen des 25. Lebensjahrs gezahlt wird.
  • BAföG
    Haben die Eltern nicht die finanziellen Möglichkeiten, dann ist das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) eine häufig genutzte Finanzierungsform. Diese Förderung hängt jedoch vom Einkommen ab. Da du ein eigenes Einkommen im dualen Studium beziehst, kann es durchaus sein, dass du leer ausgehst, weil du mit deinen Einkünften über den Freibeträgen liegst. Weitere Voraussetzung für den Bezug von BAföG – die von dir gewählte duale Hochschule muss förderungsberechtigt sein.
  • Stipendium
    Eine weitere Möglichkeit der finanziellen Unterstützung bieten Stipendien. Für dual Studierende ist das Angebot jedoch relativ klein. Möglich ist zum Beispiel eine Bewerbung für das Deutschlandstipendium. Die monatliche Förderung von 300 Euro muss nicht zurückgezahlt werden.
  • Nebenjob
    Für dual Studierende ist die Finanzierungsvariante Nebenjob nicht so leicht umzusetzen. Da du bereits in deinem Unternehmen tätig bist, musst du dein Vorhaben mit deinem Arbeitgeber abstimmen. Problematisch könnte für dich der Zeitfaktor sein.
  • Bildungs- und Studienkredit
    Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierungssicherung kann ein Studienkredit sein. Dieser ist allerdings von deinem Einkommen abhängig und muss komplett zurückgezahlt werden.

Duales Studium ja oder nein? Diese Frage lässt sich nicht mit einem Ja oder Nein beantworten. Es gibt einige Gründe, die dafür sprechen. Wenn dir die  Praxiserfahrung neben dem Erwerb theoretischen Wissens wichtig ist, dann ist ein duales Studium eine gute Wahl. Jedoch sind auch die Nachteile nicht außer Acht zu lassen. Letztendlich liegt es im Ermessen jedes Einzelnen, welche Prioritäten ihm wichtig sind. Die oben beschriebenen Vor- und Nachteile können dir bei der Abwägung für oder gegen ein duales Studium hilfreich sein.

Bild: Christiane Peters
Christiane Peters (8 Artikel) Christiane Peters hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert und ist als Journalistin tätig. Aktuell ist sie als Redakteurin für ein Wirtschaftsmagazin tätig und berichtet über verschiedenste Themen, die den Unternehmensalltag bestimmen. Schwerpunkte sind u.a. Personal und Arbeit, Weiterbildung und Qualifizierung, Ausbildung und Karriere. Mit ihren langjährigen Kenntnissen und Erfahrungen unterstützt sie das Team von ausbildungsstellen.de und schreibt über Themen, die junge Menschen bei ihrem Start in den Berufsalltag interessieren. Letzte Artikel
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