ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber Fehlzeiten reduzieren: Was kann der Arbeitgeber tun?

Fehlzeiten reduzieren: Was kann der Arbeitgeber tun?

Fehlzeiten reduzieren: Was kann der Arbeitgeber tun?
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Inhalt:
  1. Welche Arten von Fehlzeiten gibt es?
  2. Fehlzeiten im Job: Was nimmt Einfluss auf die Gesundheit?
  3. Wie kann der Arbeitgeber Fehlzeiten verhindern?
    1. Fehlzeiten-Analyse durch den Arbeitgeber
  4. Tipps für weniger Fehlzeiten der Mitarbeiter
    1. 1. Tipp: Gesunde Arbeitsamtosphäre und positives Betriebsklima
    2. 2. Tipp: Arbeitgeber muss Stress reduzieren
    3. 3. Tipp: Arbeitssicherheit als höchste Priorität!
    4. 4. Tipp: Gesundheit am Arbeitsplatz belohnen
    5. 5. Tipp: Rückkehrgespräche mit den Mitarbeitern führen
    6. 6. Tipp: Gesundheitsprogramme im Betrieb als Präventionsmaßnahme
  5. Betriebliche Gesundheitsförderung als Maßnahme gegen Fehlzeiten
    1. Konzept der Salutogenese als Grundlage für Gesundheit
  6. Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung
    1. 5 Ideen für die betriebliche Gesundheitsförderung

Kranke Mitarbeiter gibt es wohl mal in jedem Betrieb, doch in einigen häufen sich die Fehlzeiten der Mitarbeiter. Psychischer Druck, Frust und Überlastung können der Druck sein, weshalb Angestellte sich krank fühlen und krankschreiben lassen. Aber auch Rückenschmerzen oder fehlende Motivation führen oft dazu, dass einige Mitarbeiter von der Arbeit fernbleiben. Wie können Arbeitgeber leere Stühle im Büro verhindern? Welche Rolle spielt das Betriebsklima für deine Gesundheit? Erfahre hier wie sich dank Änderungen in deinem Betrieb Fehlzeiten reduzieren lassen.

Welche Arten von Fehlzeiten gibt es?

Im Schnitt fehlt jede Erwerbsperson in Deutschland 15,2 Tage krankheitsbedingt am Arbeitsplatz. Doch leider fehlen Mitarbeiter nicht nur aufgrund von Krankheiten bei der Arbeit, auch fehlende Motivation und unzumutbare Arbeitsbedingungen können Angestellte zum Blaumachen verführen.
Gründe für Fehlzeiten am Arbeitsplatz

  • Krankheit: wie grippale Infekte oder körperliche wie psychische Krankheiten.
  • Fehlende Motivation: ganz nach dem Motto, keine Lust dann bleib ich eben zu Hause.
  • Betriebsbeding: zum Beispiel Weiterbildung, Schulungen

Das bedeutet, dass sich diese Angestellten nicht aufgrund einer Krankheit krankschreiben lassen, sondern eher, weil sie einfach mal keine Lust haben, den Urlaub verlängern möchten oder sich nicht wohlfühlen während der Arbeit. Für einige Angestellte kommt das Fehlen ohne tatsächlichen Grund nicht infrage, andere wiederum kennen in Sachen blaumachen keinen Skrupel.

Fehlzeiten im Job: Was nimmt Einfluss auf die Gesundheit?

Beeinflusst werden die Fehlzeiten auch von dem Mitarbeiter selbst. Immerhin spielt die Persönlichkeit, Einstellung gegenüber der Arbeit und Anfälligkeit für Krankheiten eine wichtige Rolle in Sachen Fehlzeiten. Folgende Fragen können das Fehlen am Arbeitsplatz je nach Antwort begünstigen oder eben nicht.

  • Wie anfällig ist ein Mitarbeiter für Krankheiten und Stress?
  • Fühlt sich der Mitarbeiter im Team gut aufgenommen und aufgehoben?
  • Versteht sich der Mitarbeiter mit seinen Kollegen?
  • Freuen sich Kollegen, wenn ein Mitarbeiter nach Krankheit zurückkehrt?
  • Wie häufig ist der Angestellte krankgeschrieben?
  • Ost der Angestellte mit seiner Tätigkeit zufrieden?
  • Lässt sich der Arbeitgeber nach dem Urlaub häufig krankschreiben?

Wie kann der Arbeitgeber Fehlzeiten verhindern?

Viele Faktoren spielen eine Rolle und jeder Arbeitnehmer ist ein Individuum. Ein Arbeitgeber kann nicht jeden einzelnen ein gesundes Miteinander und Arbeitgeber gewährleisten, trotzdem kann eine grundlegende Gesundheitsprävention stattfinden.

  • Ergonomische Schreibtischstühle und Schreibtische
  • Betriebssportgruppen
  • Arbeitszeitgesetz einhalten
  • Überstunden reduzieren oder verhindern

Fehlzeiten-Analyse durch den Arbeitgeber

Ein Arbeitgeber kann schneller erkennen, ob einzelne Mitarbeiter häufiger fehlen und eine mangelhafte Personalstruktur aufgrund von Fehltagen besteht. Die Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.: Unternehmen sollten die Fehlzeiten der Angestellten analysieren und festlegen wie hoch der Krankenstand tatsächlich ausfällt.

Durchweg hohe Fehlzeiten sind häufig ein Anzeichen für interne oder saisonale Ursachen. Der Arbeitgeber sollte den Fehlzeiten auf den Grund gehen und mit geeigneten Maßnahmen Situation ändern und die Fehlzeiten reduzieren. Aber was kein dein Chef tun, damit du weniger Fehlzeiten hast?

Tipps für weniger Fehlzeiten der Mitarbeiter

Gründe für Fehlzeiten können variieren und von Mitarbeiter zu Mitarbeiter andere Auslöser haben. Deshalb gibt es verschiedene Ansätze wie ein Unternehmen den Fehlzeiten entgegenwirken kann.

1. Tipp: Gesunde Arbeitsamtosphäre und positives Betriebsklima

Gesunde Mitarbeiter führen zwangsläufig zu weniger Fehlzeiten. Wenig Stress und Rückhalt durch den Arbeitgeber sowie Lob und eine positive Unternehmenskultur spiegeln sich im Dasein der Angestellten. Eine gute Arbeitsatmosphäre mit freundlichen Vorgesetzten und ein respektvoller Umgang untereinander wirkt sich auf die Zufriedenheit und Gesundheit der Mitarbeiter aus.

2. Tipp: Arbeitgeber muss Stress reduzieren

Viele Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter psychischen Erkrankungen, auch junge Menschen sind bereits betroffen. Deshalb kann es auch sein, dass du bereits in der Ausbildung bemerkst wie sich deine Arbeit auf deine Psyche auswirkt, vielleicht fällt es dir schwer nach der Arbeit abzuschalten oder du fühlst dich häufig überfordert.

Psychische Erkrankungen zählen ebenfalls zu den Gründen für Krankschreibungen und Fehlzeiten. Besonders Stress und fehlende Ruhepausen können sich auf Dauer negativ auf die menschliche Psyche auswirken. Arbeitgeber sollten das Stresslevel so niedrig wie nur möglich halten. Überstunden sollten kein Alltag sein und nach Dienstende hat sich der Mitarbeiter auch den Feierabend verdient. E-Mails oder Anrufe nach Dienstschluss sollten tabu sein!

3. Tipp: Arbeitssicherheit als höchste Priorität!

In einigen Branchen spielt die Sicherheit am Arbeitsplatz eine höhere Rolle als in anderen. Generell sind Verletzungen am Arbeitsplatz eher selten, trotzdem steht der Arbeitgeber in der Pflicht seine Mitarbeiter zu schützen!

Entsprechende Schutzkleidungen und Hinweise müssen vorhanden sein - ansonsten macht sich dein Arbeitgeber sogar strafbar! Ebenfalls sollte dein Arbeitgeber auch kontrollieren, ob die Sicherheitsvorschriften umgesetzt und eingehalten werden. Ein verletzter Angestellter fällt häufig für sehr lange Zeit aus und Unfälle am Arbeitsplatz wirken sich nicht gerade positiv auf die Grundstimmung unter den Mitarbeitern aus.

Nicht nur der Dachdecker kann sich während der Arbeit verletzen, auch Angestellte im Büro bleiben von kleineren oder größeren Unfällen nicht verschont. Deshalb sollten Arbeitgeber die entsprechenden Vorkehrungen zum Schutze der Mitarbeiter treffen – egal ob Büroangestellte oder Handwerker auf der Baustelle.

4. Tipp: Gesundheit am Arbeitsplatz belohnen

Es gibt Mitarbeiter, die einfach nie oder selten erkrankt sind und der Arbeit fernbleiben. Vielleicht zählst du auch zu der Sorte Angestellter, die nicht für jeden Schnupfen zum Arzt laufen und sich ein Attest holen. Wie fändest du es, für deine Gesundheit belohnt zu werden? Klingt doch grandios!
Belohnen Arbeitgeber Mitarbeiter mit einem niedrigen Krankheitsstand, steigert dies die Motivation anderer Mitarbeiter nicht blauzumachen, oder sich wegen Kleinigkeiten krankschreiben zu lassen.

Wie könnte deine Belohnung denn aussehen? Eine Lohnerhöhung wirst du besonders in der Ausbildung wohl nicht bekommen. Die Belohnungen können in Form von Geschenkgutscheinen, Boni oder gesundheitsbezogene Sachzuwendungen, wie etwa Zuschüsse zur Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, ausfallen.

5. Tipp: Rückkehrgespräche mit den Mitarbeitern führen

Hat dein Ausbilder dich nach längerer Krankheit schon einmal zu einem Gespräch gebeten? Hat sich dein Vorgesetzter für deine Gesundheit und deine Zufriedenheit in der Ausbildung interessiert?

Sucht der Arbeitgeber das Gespräch mit einem Mitarbeiter nach einer Fehlzeit, handelt es sich um ein Rückkehrgespräch. Dies signalisiert dem Angestellten, dass sein Fehlen wahrgenommen wurde und der Arbeitgeber bzw. Vorgesetzte an der persönlichen Situation interessiert ist. Insbesondere, wenn ein Mitarbeiter häufiger fehlt, sollte das Unternehmen das Gespräch suchen. Der Mitarbeiter fühlt sich ernst genommen und wertgeschätzt – das wirkt sich positiv auf die Arbeitsmotivation aus.

6. Tipp: Gesundheitsprogramme im Betrieb als Präventionsmaßnahme

Im Durchschnitt fehlen sportlich aktive Mitarbeiter seltener am Arbeitsplatz, deshalb bringt es einen Arbeitgeber sehr viel, wenn dieser Gesundheitsprogramme anbietet. Gesundheitsfördernde Programme zeigen den Angestellten, dass ihrem Arbeitgeber die Gesundheit der Mitarbeiter am Herzen liegt. Diese Programme wirken sich auch positiv auf die Teambildung und Bindung unter Kollegen aus.

Betriebliche Gesundheitsförderung als Maßnahme gegen Fehlzeiten

Bei der betrieblichen Gesundheitsförderung bietet der Arbeitgeber mehr als ergonomische Büromöbel und gesunde Snacks. Es handelt sich um eine Verbindung von mehreren Ebenen, sodass Arbeit, Mensch und Unternehmen Hand in Hand gehen.
Die betriebliche Gesundheitsförderung basiert auf dem Wohlbefinden und der Gesundheit aller Mitarbeiter in Form des ganzheitlichen Ansatzes der Salutogenese.

Konzept der Salutogenese als Grundlage für Gesundheit

Das Konzept entwickelte der israelisch-amerikanische Medizin-Soziologe Aaron Antonvosky in den 70er Jahren, als er der Frage nach der Entstehung von Gesundheit und dessen Entwicklung nachging.
Bei der Salutogenese stehen gemeinsame Maßnahmen von Gesellschaft, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zur Förderung von Faktoren im Vordergrund, die trotz Arbeitsbelastung Gesundheit und Wohlbefinden stärken.

  1. Stärkung persönlicher Kompetenzen
  2. Förderung der Mitarbeiterbeteiligung
  3. Optimierung von Bedingungen und Organisation am Arbeitsplatz

Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung

Ziel der betrieblichen Gesundheitsförderung sind mehrere gesundheitspsychologische Faktoren wie Lärm. Termin- und Leistungsdruck, hohes Arbeitstempo sowie dauerhafte Konzentration. Die menschengerechte Gestaltung von Unternehmensorganisation und Arbeit steht an erster Stelle.

  • Gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitsbedingungen
  • Bewegungsfördernde Arbeitsumgebung schaffen
  • Gesundheitsgerechte Verpflegung
  • Aktive Stressprävention und Stressbewältigung
  • Förderung des körperlich aktiven Arbeitens

5 Ideen für die betriebliche Gesundheitsförderung

Gesunde Mitarbeiter sind das Kapital jedes Arbeitgebers. Sind die Angestellten gesund, fehlen sie weniger am Arbeitsplatz und können mit voller körperlicher und geistiger Leistungskraft ihren Tätigkeiten nachgehen. Für diese Win-Win-Situation bietet sich die betriebliche Gesundheitsförderung an, welche von Staat und Krankenkassen unterstützt wird.

Welche Maßnahmen lassen sich im Arbeitsleben tatsächlich umsetzen und sind auch in der Praxis wirksam?

  1. Betriebliche Krankenversicherung: Zusätzliche Absicherungen wie Zahnzusatzversicherung oder Krankentagegeld.
  2. Gesundheitsfördernde Führungskultur: aktive Wertschätzung und gesundheitsförderliche Anreize, wie etwa Fahrräder für den Arbeitsweg.
  3. Yoga für den Rücken: Yogakurse gegen Rückenprobleme und -schmerzen. Für inneren Ausgleich und Zufriedenheit.
  4. Burnout-Prävention: Mitarbeiter lernen gezielt mit Stress umzugehen und diesen im Team zu bewältigen.
  5. Gesundheitstag: An einem Tag im Jahr dreht sich alles um die Gesundheit m Arbeitsplatz etwa mit Vorsorgeuntersuchungen und Übungen zum richtigen Heben und Tragen.

Wie du siehst, müssen Fehltage nicht zur Normalität werden und können vom Arbeitgeber selbst reduziert werden. Mit einigen Maßnahmen und der richtigen Einstellung gegenüber dem Wohlbefinden der eigenen Mitarbeiter kann jeder Arbeitgeber etwas für mehr Gesundheit und weniger Fehlstunden tun.

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (43 Artikel) Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf ausbildungsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig. Letzte Artikel
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