ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber Hilfe in der Ausbildung: Wo finden Azubis Ansprechpartner?

Hilfe in der Ausbildung: Wo finden Azubis Ansprechpartner?

Hilfe in der Ausbildung: Wo finden Azubis Ansprechpartner?
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Inhalt:
  1. Warum suchen Azubis nach Hilfe?
    1. Gründe für Hilfsangebote in der Ausbildung
  2. Welche Ansprechpartner gibt es für Auszubildende?
  3. Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammer
    1. Mit VerA durch die Ausbildung
  4. Hilfsangebot in der Ausbildung: Probleme in Praxis und Theorie
  5. Hilfsangebote in der Ausbildung: finanzielle Schwierigkeiten
    1. Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)
    2. Wie erhältst du BAB?
    3. Schüler-BAföG
    4. Kindergeld
Manchmal stehen junge Menschen in der Ausbildung vor Fragen oder Schwierigkeiten, in denen sie dringend auf entsprechende Hilfe angewiesen sind. Du kommst bei dem Unterrichtsstoff in der Berufsschule nicht hinterher und hast Angst in der nächsten Klausur durchzufallen? Behandelt dich dein Ausbildungsbetrieb in deinen Augen ungerecht oder erzählt dein Ausbilder unverständliches Zeug? Dann bist du damit nicht allein, denn viele Azubis schmeißen aus diesen Gründen ihre Ausbildung sogar hin! Aber halt! Es gibt genügend Hilfsangebote für Azubis und Ansprechpartner, die dir helfen.

Warum suchen Azubis nach Hilfe?

Einige Lehrlinge haben einfach Pech in ihrem Betrieb und werden von Arbeitskollegen oder gar dem Ausbilder nicht geschätzt. Schreien steht an der Tagesordnung und alles wird schlecht geredet. Kein Wunder, dass viele Azubis da den Kopf in den Sand setzen und sogar die Lehre abbrechen. Natürlich gibt es aber auch andere Gründe, weshalb Azubis Hilfe suchen. Oft wissen die jungen Menschen aber gar nicht, dass es Hilfsangebote gibt und wo diese Ansprechpartner zu finden sind.

Gründe für Hilfsangebote in der Ausbildung

  • Der Azubi hinkt im Vergleich zu seinen Klassenkameraden im Berufskolleg mit dem praktischen oder theoretischen Wissen hinterher.
  • Der Ausbildungsbetrieb bildet nicht richtig aus.
  • Der Lehrling muss ständig unbezahlte Überstunden machen.
  • Der Ausbildungsbetrieb hält sich nicht an das Jugendarbeitsschutzgesetz bei Lehrlingen unter 18 Jahren.
  • Sexuelle Belästigung während der Ausbildung.
  • Mobbing durch Arbeitskollegen oder Vorgesetzte.
  • Probleme im privaten Umfeld, die sich negativ auf die Lehre auswirken.
  • Finanzielle Sorgen während der Lehre.

Wie du siehst, gibt es verschiedene Gründe, weshalb Azubis sich unwohl fühlen und am liebsten nach Hilfe suchen würden. Fühlst du dich nicht wohl in deiner Haut oder hast du das Gefühl, du wirst ungerecht behandelt, dann geh zu den Anlaufstellen für Azubis.

Welche Ansprechpartner gibt es für Auszubildende?

Viele Menschen sprechen zunächst mit Personen im näheren Umfeld, wenn sie Probleme oder Sorgen haben. So können bei Schwierigkeiten in der Ausbildung Menschen aus deinem engeren Umfeld deine erste Anlaufstelle sein. Egal, ob Eltern, Großeltern, Geschwister oder andere Verwandte sowie Freund oder Freundin.

Möchtest oder kannst du nicht mit deinem engen Umfeld über derartige Ängste, Sorgen oder Probleme sorgen, bleiben dir auch andere Ansprechpartner. Natürlich steht das in Abhängigkeit, wer genau in deinem Ausbildungsbetrieb Schwierigkeiten macht und mit wem du bereits das Gespräch gesucht hast.

  • Vertrauenslehrer deines Berufskollegs
  • Ausbilder oder Mentor im Ausbildungsbetrieb
  • Betriebsrat beziehungsweise die Jugend- und Ausbildungsvertreter

Manchmal ist leider ein eigentlicher Ansprechpartner in Konflikte während der Lehre verwickelt, sodass diese als Ansprechpartner wegfallen. Scheint es manchmal aussichtslos, darfst du nicht aufgeben. Reißen alle Stricke, die Probleme auf betrieblicher oder interner Ebene zu beheben, kannst du auch eine Ebene höher Ansprechpartner suchen.

Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammer

Es gibt sogenannte Ausbildungsberater, die Beauftragte der Industrie- und Handelskammer sind. Diese Berater sind berechtigt, Auskünfte zu erfragen und die Ausbildungsbetriebe zu besichtigen. Hast du also ein Problem, kannst du dich an diese speziellen Berater wenden, welche sich für dich einsetzen werden.

Ausbildungsberater können dir auch in Bezug auf andere Fragen rund um die Ausbildung helfen. Hast du Fragen zu deinen Rechten und Pflichten in der Lehre oder bezüglich Aus- und Weiterbildungseinrichtungen beziehungsweise Förderungsmöglichkeiten? Dann mach dir einen Termin bei einem Ausbildungsberater in deiner Region.

Natürlich gibt es auch noch andere Anlaufstellen, wo du Ausbildungsberater findest.

Mit VerA durch die Ausbildung

Viele Azubis sind einfach frustriert und sind kurz davor die Lehre hinzuschmeißen. Aus diesem Grund wurde VerA gegründet, was für „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“ steht. Es ist eine Initiative des Senior Experten Service (SES) und hilft dir deine Probleme in der Lehre zu beheben.

Welche Probleme kann VerA lösen?

  • Wenn du unter Prüfungsstress stehst.
  • Wenn du Ärger mit deinem Ausbilder oder Lehrer hast.
  • Wenn du einen anderen Ausbildungsplatz suchst.
  • Wenn du in der Berufsschule nicht mitkommst.

Die Mitarbeiter von VerA arbeiten ehrenamtlich und stehen dir bei Fragen und Problemen zur Seite. Es ist eine kostenlose Hilfsmöglichkeit, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Hilfsangebot in der Ausbildung: Probleme in Praxis und Theorie

Wenn du Probleme hast in der Berufsschule mitzukommen oder die praktischen Tätigkeiten im Betrieb durchzuführen, kannst du die sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfe (abH) in Anspruch nehmen. Dort bekommst du nicht nur Hilfe bei Problemen in der Ausbildung, sondern auch bei alltäglichen Schwierigkeiten.

Ist es nötig, sprechen die Mitarbeiter der abH auch mit deinen Eltern, Lehrern oder Ausbildern. Für dieses Hilfsangebot brauchst du auch nicht tief in die Tasche bleiben, denn es ist kostenlos! Die Kosten trägt die Berufsberatung. Wo genau du abH in deiner Nähe findest, erfährst du bei der Bundesagentur für Arbeit vor Ort.

Hilfsangebote in der Ausbildung: finanzielle Schwierigkeiten

Während einer Ausbildung kommen auf einen Lehrling einige Kosten zu und das oft bei einem eher kleinen Ausbildungsgehalt. Miete, Lebensmittel, Freizeitaktivitäten, Geburtstage … Mit der Ausbildungsvergütung sind diese Kosten oft nicht abzudecken.

Kein Wunder, dass viele Azubis auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Damit du über die Runden kommst, kannst du die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), Schüler-BAföG oder Kindergeld nutzen.

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Bei diesem Hilfsangebot handelt es sich um eine Förderungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit, die du nicht zurückzahlen musst. Unterstützt wird eine betriebliche Ausbildung, bei einer schulischen Lehre hast du leider keinen Anspruch. Für die schulische Ausbildung gibt es andere Förderungsmaßnahmen.

Mit der BAB sollst du finanzielle Engpässe überwinden und deine Lebenssituation verbessern können.

Wie erhältst du BAB?

Damit du diese finanzielle Unterstützung beziehen kannst, musst du einige Bedingungen erfüllen.

  • Es muss sich um deine erste Berufsausbildung handeln.
  • Dein Ausbildungsberuf ist staatlich anerkannt.
  • Du machst eine betriebliche (duale) Ausbildung.
  • Du bist minderjährig und wohnst während deiner Ausbildung nicht bei deinen Eltern.
  • Das Einkommen deiner Eltern und deine Ausbildungsvergütung übersteigen nicht den zulässigen Höchstsatz.

Die BAB wird individuell berechnet und hängt von deiner persönlichen Lebenssituation ab. Den Antrag stellst du bei der Bundesagentur für Arbeit.

Schüler-BAföG

Absolvierst du keine duale Ausbildung, sondern eine schulische Ausbildung, kannst du Schüler-BAföG beantragen. Das Berufsausbildungsförderungsgesetz unterstützt also nicht nur Studierende, sondern auch Azubis, die ihre Lehre an einer Schule machen. Egal, ob es sich um eine Hochschule, Fachoberschule, Berufsfachschule oder ein Abendgymnasium handelt.

Wie hoch die BAföG-Zahlung ausfällt, hängt von deinem Einkommen bzw. Unterhaltszahlungen deiner Eltern ab sowie deinem eigenen Vermögen.

Kindergeld

Wohnst du nicht mehr bei deinen Eltern und absolvierst eine Ausbildung? Dann bist du unter Umständen dazu berechtigt, dass Kindergeld zu erhalten, was sonst deine Eltern bekommen haben. Generell wird das Kindergeld für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr gezahlt, aber es gibt auch Ausnahmen, in denen der Anspruch sogar bis zum 25. Lebensjahr reicht. Beginnst du also eine Ausbildung und bist bereits volljährig, kannst du einen Antrag auf Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit stellen. Vielleicht hast du Glück und zählst zu den Sonderfällen, die auch über 18 Kindergeld erhalten.

Wie du siehst, musst du deine Ausbildung nicht sofort abbrechen. Im ersten Schritt sollten die Probleme, Schwierigkeiten oder Fragen immer direkt geklärt und eine Lösung gefunden werden. Wir von ausbildungsstellen.de wünschen dir viel Erfolg in deiner Ausbildung!

Bild: Anastasia Johlen
Anastasia Johlen (42 Artikel) Anastasia Johlen hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf ausbildungsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig. Letzte Artikel
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