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Konfliktmanagement: So erkennst und löst du Konflikte im Team!

Konfliktmanagement
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Inhalt:
  1. Was genau heißt Konfliktmanagement?
  2. 5 Strategien des Konfliktmanagements durch Führungskräfte
    1. Anpassung
    2. Vermeidung
    3. Kooperation
    4. Wettkampf
    5. Kompromiss
  3. 10 Signale: So erkennst du Konflikte im Team frühzeitig
    1. 1. Konfliktsignal: Körpersprache
    2. 2. Konfliktsignal: Verhaltensänderung
    3. 3. Konfliktsignal: Gruppenbildung
    4. 4. Konfliktsignal: Verminderte Produktivität
    5. 5. Konfliktsignal: Ängste
    6. 6. Konfliktsignal: Äußerungen und Kommentare
    7. 7. Konfliktsignal: Beschwerden
    8. 8. Konfliktsignal: Vertrauensprobleme
    9. 9. Konfliktsignal: Vermehrte Krankmeldungen  
    10. 10. Konfliktsignal: Mitarbeiterfluktuation
  4. 3 Schritte zur erfolgreichen Konfliktlösung im Team
    1. 1. Schritt: Bereite dich auf die Lösung des Konfliktes vor!
    2. 2. Schritt: Entwickle ein genaues Verständnis für die Situation!
    3. 3. Schritt: Erziele eine Einigung im Team!
  5. Konflikte vermeiden: Tipps zur Prävention

Konflikte in Job sind nicht zu vermeiden, denn wo unterschiedliche Vorstellungen und Ideen aufeinandertreffen, entsteht hin und wieder Reibung. Insbesondere bei der Arbeit im Team können Probleme aufgrund verschiedener Persönlichkeiten, Arbeitsweisen und Werte die Produktivität und Leistung der Mitarbeiter negativ beeinflussen. Ganz gleich, ob es sich um Konflikte zwischen Vorgesetzten oder Mitarbeitern handelt, ist es wichtig, diese früh genug zu erkennen und die Situation zu beruhigen, bevor sie eskaliert. Wir erklären dir daher, woran du Konflikte im Team frühzeitig erkennst und wie du sie in nur drei Schritten löst.

Was genau heißt Konfliktmanagement?

Strategien und Maßnahmen des Konfliktmanagements ermöglichen es, Konflikte zu erkennen und sie fair und effizient zu lösen. Insbesondere im Beruf gehören Unstimmigkeiten zwischen Mitarbeitern und / oder Vorgesetzten zum gemeinsamen Arbeiten dazu. Aus diesem Grund ist es ganz besonders wichtig, dass es Verantwortliche gibt, die sich der Aufgabe des Konfliktmanagements gewachsen fühlen und sowohl die Beratung als auch die Mediation vornehmen.

5 Strategien des Konfliktmanagements durch Führungskräfte

Anpassung

Ein Vorgesetzter muss bis zu einem gewissen Punkt stets kooperativ sein und ggf. Entscheidungen treffen, die nicht gänzlich seinen Vorstellungen und Zielen entsprechend. Die Methode der Anpassung eignet sich vordergründig dann, wenn das Gegenüber ein Experte auf dem Gebiet ist oder eine gute Lösung parat hat.

Vermeidung

Eine weitere Möglichkeit ist das unmittelbare und frühzeitige Verhindern von Konflikten. Sofern es in den Händen des Arbeitgebers liegt, kann dieser durch direkte Zustimmung den Konflikt gar nicht erst entstehen lassen. Diese Strategie funktioniert natürlich nur dann, wenn es sich um kleine, triviale Probleme handelt.

Kooperation

Als Manager eines Unternehmens ist es nur möglich, erfolgreich zu führen, wenn ein partnerschaftliches und von Respekt geprägtes Arbeitsklima herrscht. Somit können Konflikte durch die Kooperation aller Beteiligten auch auf unterschiedlichen Hierarchieebenen erfolgreich gelöst werden.

Wettkampf

Entgegen der zuvor genannten Win-win-Situation entspricht die Strategie des Wettkampfes eher einer Win-lose-Situation. Die Führungskraft verhält sich dann sehr bestimmend und setzt seine Vorstellungen ohne weitere Kommunikation durch. Diese Lösung bietet sich insbesondere im Notfall an, – wenn schnell gehandelt werden muss.

Kompromiss

Der Kompromiss stellt dementsprechend eine Lose-lose-Situation für alle Parteien dar. Keiner der am Konflikt beteiligten kann seine Vorstellungen oder Ideen gänzlich durchsetzten, denn ein Kompromiss erfordert das Finden einer Zwischenlösung, die beide Sichtweisen vereint. Besonders sinnvoll ist die Strategie, wenn eine vorübergehende Lösung für ein Problem gefunden werden muss.

Die hier aufgeführten Strategien bieten eher theoretische Herangehensweisen, um Konflikte am Arbeitsplatz zu lösen. Zunächst erklären wir dir, wie du nicht nur als Manager, sondern auch als Angestellter Konflikte im Team erkennst und sie Schritt für Schritt gemeinsam mit deinen Kollegen und Vorgesetzten lösen kannst.

10 Signale: So erkennst du Konflikte im Team frühzeitig

Innerhalb eines Unternehmens sind Konflikte zwischen Teammitgliedern nicht zu vermeiden. Dabei reicht es nicht aus, lediglich darauf zu warten, dass ein Konflikt zur Sprache kommt. Vielmehr sollten erste Anzeichen von Unstimmigkeiten erkannt werden, um schnell darauf reagieren zu können und zu verhindern, dass die Situation sich weiter verschlechtert.

Hier sind typische Signale von Konflikten im Team:

1. Konfliktsignal: Körpersprache

Eines der wohl bekanntesten Anzeichen für jegliche Form von Konflikten ist die Körpersprache. Wie Personen sich bewegen, – ihre Mimik und Gestik – geben Aufschluss über eventuelle Unstimmigkeiten innerhalb der Gruppe. Aus diesem Grund solltest du besonders auf die folgenden Aspekte der Körpersprache achten:
    • Vermeidung von Augenkontakt zeigt Nervosität oder Abneigung.
    • Verschränkte Arme sind ein Zeichen für eine innere Abwehrhaltung.
    • Stirnrunzeln zeigt mangelndes Verständnis oder Wut.
    • Abwenden des ganzen Körpers oder Gesichts verdeutlicht Ablehnung.

2. Konfliktsignal: Verhaltensänderung

Veränderungen im normalen Verhalten von Angestellten oder Führungskräften zeigen, dass etwas nicht stimmt. So kann zum Beispiel eine eher gesprächige Person plötzlich schweigsam werden oder aufgrund einer Unstimmigkeit weniger als zuvor an Meetings teilnehmen.

3. Konfliktsignal: Gruppenbildung

Insbesondere im Mitarbeiterkreis kann es hin und wieder zur Gruppenbildung kommen. Wenn dies im Sinne des Unternehmens ist, besteht kein Grund zur Sorge. Allerdings können sich regelrecht Cliquen formieren, die bestimmte Mitarbeiter ausschließen oder in anderer Weise Unruhe stiften. Es ist die Aufgabe des Managers, dies frühzeitig zu unterbinden.   

4. Konfliktsignal: Verminderte Produktivität

Wenn Unzufriedenheit am Arbeitsplatz herrscht, beeinflusst das nicht nur die Motivation, sondern auch die Arbeitsmoral und Leistung innerhalb eines Teams. Wenn sich verminderte Produktivität zeigt, sollten alle Teammitglieder gefragt werden, ob es einen bestimmten Grund für die mangelnde Aktivität gibt.  

5. Konfliktsignal: Ängste

Angst und Überforderung können das Resultat eines Konfliktes sein. Insbesondere wenn Teammitglieder die Kommunikation mit anderen vermeiden oder ihre eigene Arbeit permanent infrage stellen, können zwischenmenschliche Probleme die Ursache sein.

6. Konfliktsignal: Äußerungen und Kommentare

Die Art und Weise, wie Mitarbeiter sich ausdrücken oder miteinander sprechen, kann Aufschluss über eventuelle Disharmonien geben. Unzufriedenheit führt häufig zu emotionalen Äußerungen, die nicht selten negativ oder abfällig sind. Ebenso können miese oder unangebrachte Kommentare auf einen Gruppenkonflikt hinweisen.

7. Konfliktsignal: Beschwerden

Ein deutliches Signal für die Unzufriedenheit von Angestellten oder Konflikten zwischen Mitarbeitern sind direkte Beschwerden. Wenn sich negativ über den Job, die Kollegen oder Arbeitsaufgaben geäußert wird, dann liegt dem vermutlich eine konfliktträchtige Situation zugrunde.

8. Konfliktsignal: Vertrauensprobleme

Vertrauen am Arbeitsplatz ist grundlegend für erfolgreiche Zusammenarbeit. Mitarbeiter müssen einander vertrauen können, ebenso wie Arbeitgeber Vertrauen in ihre Angestellten haben sollten. Misstrauen ist ein sehr deutliches Signal für Konflikte im Team und sollte unbedingt näher ergründet werden.

9. Konfliktsignal: Vermehrte Krankmeldungen  

Ein weiteres Signal für Konflikte am Arbeitsplatz sind vermehrte Krankmeldungen von Mitarbeiten. Zudem deuten sie auf Unzufriedenheit und mangelnde Motivation hin.
Im schlimmsten Fall können Konflikte tatsächlich Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Beteiligten haben, indem sie mentale Krankheiten wie Depressionen durch Stress und Angst mit sich bringen. Daher gilt es, die Gründe für vermehrte Krankmeldungen auszumachen.

10. Konfliktsignal: Mitarbeiterfluktuation

Ein weiteres schwerwiegendes Anzeichen für Ungereimtheiten am Arbeitsplatz ist eine starke Fluktuation von Angestellten. Wenn eine große Anzahl an Mitarbeitern das Unternehmen verlässt, dann gibt es dafür meistens einen guten Grund. Da die Kündigung des Jobs der letzte Ausweg ist, gilt hier besondere Wachsamkeit und das Ergreifen sofortiger Maßnahmen.

Falls du eines dieser zehn Konfliktsignale in deinem Team erkennst, ist es wichtig, schnell zu handeln. Konflikte können langfristig Beziehungen beeinträchtigen, die Produktivität vermindern und den Arbeitsplatz zu einem unbeliebten Ort machen. Sei daher immer achtsam und versuch, erste Anzeichen ernst zu nehmen, um im Team langfristig harmonisch zusammenzuarbeiten.

3 Schritte zur erfolgreichen Konfliktlösung im Team

Wenn Meinungsverschiedenheiten innerhalb eines Teams zu Konflikten führen, sind Respekt und Geduld gefragt. Erfahrungen zeigen, dass es in Konflikten im Team immer auf die Toleranz verschiedener Emotionen, Wahrnehmungen und Handlungen ankommt.

In der Praxis bedeutet Konfliktmanagement die Lösung zwischenmenschlicher Probleme in kleinen Schritten. Daher geben wir dir nun eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bewältigen von Konflikten im Team:

1. Schritt: Bereite dich auf die Lösung des Konfliktes vor!

  • Den Konflikt erkennen: Es ist wichtig, den Konflikt im Team zuerst einmal anzuerkennen, bevor er gelöst werden kann. Aus Angst werden erste Anzeichen häufig ignoriert, allerdings ist Erkenntnis der Schlüssel zum Erfolg: Erst wenn alle Teammitglieder den Konflikt ernst nehmen, kann an einer Lösung gearbeitet werden.
  • Auswirkungen thematisieren: Innerhalb des Teams, in dem der Konflikt entstanden ist, sollten die genauen Auswirkungen auf die Gruppendynamik und die Arbeitsleistung thematisiert werden.
  • Kooperative Prozessarbeit: Im Anschluss müssen alle Beteiligten der Kooperation zustimmen und sich willentlich zeigen, entsprechende Maßnahmen zur Konfliktlösung zu ergreifen. An erster Stelle steht hier der Teamgeist, wodurch die eigenen Vorstellungen und Ideen zweitrangig sindwerden. Wenn ein Mitglied des Teams sich nicht kooperativ zeigt, ist der Auslöser des Konfliktes vermutlich gefunden.
  • Kommunikation befürworten: Der wichtigste Schritt zur Auflösung des Konfliktes ist die direkte Zustimmung aller Teammitglieder zur offenen und uneingeschränkten Kommunikation. Dazu gehört aufmerksames Zuhören und die Beachtung jeglicher Standpunkte.

2. Schritt: Entwickle ein genaues Verständnis für die Situation!

Sobald das gesamte Team bereit ist, den Konflikt zu lösen, kann sich dem genauen Verständnis der Problemsituation gewidmet werden. Dies sollte in vier Phasen erfolgen:

  • Standpunkte klarstellen: Ganz gleich, was genau die Unstimmigkeiten hervorgerufen hat, müssen die Positionen aller Gruppenmitglieder betrachtet werden. Um dies zu erreichen, ist es hilfreich, alle Standpunkte der Personen im ganzen Team zu besprechen.
  • Fakten, Annahmen und Vorstellungen notieren: Im nächsten Schritt sollten die Vorstellungen oder Werte aller Personen bzw. Gruppen notiert werden. Es kann dienlich sein, entlang der Frage zu arbeiten: „Welche Informationen oder Kriterien beeinflussen deine Entscheidung?“
  • Analyse der Situation in Kleingruppen: Um der Konfliktlösung näherzukommen, können Kleingruppen gebildet werden, die insbesondere die Personen trennen, die einer Meinung sind. In diesen Gruppen kann sich nun besser den verschiedenen Positionen und dem Verständnis dieser gewidmet werden.
  • Im gesamten Team besprechen: Nachdem in kleinen Teams über unterschiedliche Standpunkte diskutiert wurde, sollten nun alle wieder in der großen Gruppe zusammenkommen. Vermutlich haben sich alle Gemüter etwas beruhigt und der Wille zur Einigung hat sich verstärkt.

3. Schritt: Erziele eine Einigung im Team!

Da nun das Verständnis für alle Parteien vorhanden ist, kann das Team sich für einen Lösungsweg entscheiden. Die gesammelten Fakten helfen nun dabei, genau zu analysieren und herauszuarbeiten, welche Handlungen sinnvoll und effizient für das gesamte Team und Unternehmen sind. Zudem kann nun genau geplant werden, welche Aufgaben von den einzelnen Teammitgliedern übernommen werden, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.

Wenn der Konflikt schließlich gelöst wurde, sollten alle sich die Zeit nehmen, diesen Erfolg zu feiern und den Beitrag jedes Einzelnen zur Konfliktlösung zu wertschätzen. Somit wird der Teamgeist gestärkt, und sowohl Arbeitgeber als auch Angestellte fühlen sich in ihrer gemeinsamen Arbeit bekräftigt.

Konflikte vermeiden: Tipps zur Prävention

Genauso wichtig wie der richtige Umgang mit einem bestehenden Konflikt im Team ist die Fähigkeit, diese gar nicht erst entstehen zu lassen. Es ist die Aufgabe der Führungskräfte, das Konfliktpotenzial gering zu halten, Mitarbeiter zu Teamplayern zu machen und sie über notwendige Fähigkeiten und Kompetenzen zu informieren. Daher sollten Unternehmen eigene Strategien entwickeln, die zur Konfliktprävention eingesetzt werden können.

Hier sind wichtige Verhaltensweisen, die jedes Team beherzigen sollte:

  • Verschiedene Sichtweisen und Standpunkte können stets offen kommuniziert werden.
  • Alle Teammitglieder sprechen ihre Gedanken und Ideen klar aus.
  • Innerhalb des Teams wird offen zugehört und Unklarheiten werden thematisiert.
  • Konstruktives und Lösungsorientiertes Handeln wird auf allen Ebenen praktiziert.
  • Verschiedene Standpunkte werden akzeptiert und toleriert.
  • Jeder Einzelne handelt eigenverantwortlich.
  • Respektvoller Umgang im Team gehört zum Arbeitsalltag.
  • Informationen bleiben im Team und werden nicht nach Außen getragen.
  • Sobald sich ein Konflikt anbahnt, werden etwaige Maßnahmen ergriffen.

Abschließend sollte erwähnt werden, dass Konflikte im Team durchaus konstruktiv sein können. Allerdings ist direktes und schnelles Handeln bei Unstimmigkeiten unerlässlich. Ebenso sollte im Falle eines Konfliktes der dreistufige Prozess zur Konfliktlösung eingesetzt werden. Grundgedanke des Konfliktmanagements ist es schließlich, verschiedene Sichtweisen zu verstehen und daraufhin die eigne Perspektive zu erweitern. Nur ein wirklich gutes Team kann auch langfristig erfolgreich zusammenarbeiten.

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (15 Artikel) Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Schon während des Erststudiums veröffentlichte sie eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen unterstützt sie das Team von ausbildungsstellen.de durch das Erstellen von Artikeln zu aktuellen Themen. Letzte Artikel
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