ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber Krank in der Ausbildung: Wie verhältst du dich richtig?

Krank in der Ausbildung: Wie verhältst du dich richtig?

Krank in der Ausbildung: Wie verhältst du dich richtig?
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Inhalt:
  1. Krank in der Ausbildung – Was nun?
    1. Warum bei Krankheit zu Hause bleiben?
  2.  Krank in der Ausbildung – Was ist zu tun?
    1. Beim Arbeitgeber Krank melden
    2. AU vom Arzt als Bescheinigung
  3. Kriegt man in der Ausbildung trotz Krankheit weiterhin Geld?
  4. Gelber Schein: Was ist trotz Krankschreibung erlaubt?
  5. Krank im Urlaub – Was gilt?
  6. Krank in der Ausbildung – Was darf der Chef nicht?

Winterzeit ist Erkältungszeit. Überall wird gehustet und geschnupft. Und ehe man sich's versieht hat man sich angesteckt. Eine dicke Erkältung ist im Anmarsch. Im Bett bleiben ist nun die Devise! Doch was ist zu tun, wenn du eigentlich in deinen Ausbildungsbetrieb müsstest? Worauf musst du achten? Was ist erlaubt und was nicht?

Krank in der Ausbildung – Was nun?

Das Wichtigste, wenn du dich krank fühlst: Bleib zu Hause. Das mag ein komisches Gefühl sein. Folgende Gedanken schwirren dann mit Sicherheit in deinem Kopf umher:

  • Ich lasse meine Kollegen im Stich.
  • Ich erledige meine Aufgaben nicht rechtzeitig.
  • Mein Chef denkt, ich bin nicht zuverlässig.
  • Ich habe Angst, dass mir gekündigt wird.
  • Ich verpasse wichtige Termine.

Warum bei Krankheit zu Hause bleiben?

Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du krank bist. Aus folgenden Gründen solltest du bei Krankheit auf jeden Fall das Bett hüten:

  • Es besteht die Gefahr, dass du deine Kollegen ansteckst, wenn du dich krank in den Betrieb schleppst.
  • Du bist krank gar nicht in der Lage, deinen Aufgaben konzentriert nachzugehen. Mangelnde Aufmerksamkeit kann unter Umständen sogar gefährlich werden, zum Beispiel wenn du Maschinen bedienst.
  • Du wirst schneller wieder gesund, wenn du dich richtig auskurierst und ausruhst. Eine Krankheit zu verschleppen hat nicht nur zur Folge, dass sie länger dauert. Es besteht auch die Gefahr, dass Folgeerkrankungen auftreten, weil dein Immunsystem bereits geschwächt ist.
  • Es ist nur menschlich, wenn du mal krank bist. Das passiert jedem irgendwann einmal. Dein Chef oder deine Arbeitskollegen werden also mit Sicherheit nicht böse sein, auch wenn du plötzlich ausfällst.

 Krank in der Ausbildung – Was ist zu tun?

Beim Arbeitgeber Krank melden

Wenn du krank wirst und nicht zur Arbeit gehen kannst, melde dich unverzüglich bei deinem Ausbildungsunternehmen. Am besten noch morgens vor Arbeitsbeginn und telefonisch. Erkundige dich zu Beginn deiner Ausbildung, welcher Weg gewünscht ist und bei wem du dich melden sollst. Im Zweifel kannst du dich immer an deinen Ausbilder wenden.

Du musst nicht angeben, was du für Symptome hast. Wichtig für dein Ausbildungsunternehmen ist allerdings die Info, wie lange du fehlen wirst. Gib also eine grobe Einschätzung, ob du nur einen Tag oder eher die ganze Woche nicht kommst.

Wenn du an einem Berufschultag krank wirst, dann musst du dich auch da abmelden. Ruf am besten vor Beginn des Schultages im Sekretariat an. Eine schriftliche Entschuldigung an den Klassenlehrer ist auch möglich. Informiere auch dein Ausbildungsunternehmen, dass du die Berufsschule aus Krankheitsgründen nicht besuchen kannst.

AU vom Arzt als Bescheinigung

Laut §5 Entgeldfortzahlungsgesetz musst du spätestens ab drei Tagen Krankheit deinem Arbeitgeber am Folgetag ein ärztliches Attest vorlegen. Es kann auch sein, dass dein Ausbildungsunternehmen die Regelung verschärft hat und du bereits ab dem ersten oder zweiten Krankheitstag ein Attest einreichen musst. Informationen darüber findest du meistens in deinem Arbeitsvertrag. Gleiches gilt für den Besuch der Berufsschule, vor allem wenn dort Klausuren oder andere Prüfungen anstehen.

Deswegen solltest du bei Krankheit sofort einen Arzt aufsuchen, um ein ärztliches Attest zu erhalten. Lass dies deinem Ausbildungsunternehmen bzw. der Berufsschule unverzüglich zukommen – per Post, E-Mail oder bring es persönlich vorbei. Hältst du dich nicht an diese Regelungen, riskierst du eine Abmahnung, bei Wiederholung sogar die Kündigung.

Auch deine Krankenkasse benötigt das ärztliche Attest zur Information. Oft übernehmen die Ärzte das Verschicken, ansonsten bist du dafür verantwortlich. Solltest du länger krank sein, als auf dem Attest bescheinigt, dann musst du den Arzt erneut aufsuchen, sodass er dir eine neue Bescheinigung ausstellt.

Kriegt man in der Ausbildung trotz Krankheit weiterhin Geld?

Dein Arbeitgeber ist verpflichtet, dir trotz Krankschreibung weiterhin deine Ausbildungsvergütung für sechs Wochen zu zahlen. Dies gilt am Stück. Das heißt, wenn du Anfang des Jahres einmal drei Wochen krank bist und Ende des Jahres noch einmal vier, dann bekommst du die komplette Zeit dein Geld.

Und keine Sorge: Auch nach Ablauf der sechs Wochen wirst du nicht automatisch gekündigt. Du erhältst dann zwar keine Vergütung mehr, kannst aber bei deiner Krankenkasse Krankengeld beantragen. Deine Ausbildungsvergütung wird dir aber nur weiter bezahlt, wenn du unverschuldet krank geworden bist.

Gelber Schein: Was ist trotz Krankschreibung erlaubt?

Wenn du krank bist, sollst du dich schonen, damit du schnell wieder gesund wirst. Das heißt allerdings nicht, dass du nur im Bett liegen musst. Erlaubt sind alle Tätigkeiten, die den Heilungsprozess fördern. Welche Aktivitäten das konkret sind, ist nicht geregelt. Es hängt davon ab, was du für eine Krankheit hast.  

Beispiele für verschiedenen Fälle der AU:

  • Du hast eine Grippe: Gegen einen Spaziergang an der frischen Luft ist mit Sicherheit nichts einzuwenden. Einen Marathon zu laufen ist dagegen keine gute Idee.
  • Du hast dir den Arm gebrochen: Es ist also vollkommen in Ordnung, wenn du dich mit Freunden triffst und ins Kino gehst. Sportliche Aktivitäten solltest du allerdings unterlassen.
  • Du hast eine psychische Erkrankung: In diesem Fall kann sogar eine Fahrt in den Urlaub möglich sein.

Du solltest dich aber mit Aktivitäten eher zurückhalten, um auf Nummer sicher zu gehen. Es ist zu empfehlen, sich an die Anweisungen des Arztes zu halten. Sollte dein Arbeitgeber aber herausfinden, dass du trotz Grippe eine Party feierst, dann besteht die Gefahr, dass er dich abmahnt oder nach Wiederholungen sogar fristlos kündigt. Gleiches gilt, wenn du „krank feierst“, also eine Krankheit nur simulierst, um zusätzliche Urlaubstage zu erhalten.

Krank im Urlaub – Was gilt?

Wer kennt es nicht? Man freut sich auf den wohlverdienten Urlaub, um endlich wieder abzuschalten und Kraft zu tanken. Doch gleich am ersten Urlaubstag wird man krank. Das passiert häufiger, als du denkst. Denn oft tritt eine Krankheit erst auf, wenn der Körper zur Ruhe kommt und sich nicht mehr in einer Stresssituation befindet.

Deine Urlaubstage sind allerdings nicht vergeudet. Du kannst dir die Urlaubstage, an denen du krank warst, wieder gutschreiben lassen. Allerdings benötigst du auch dafür ein Attest vom Arzt als Nachweis.

Krank in der Ausbildung – Was darf der Chef nicht?

Der Chef darf zwar vorschreiben, wann ein Attest eingereicht werden soll. Es gibt aber auch einige Punkte, die er nicht darf:

  • Den Grund des Fehlens erfragen. Die Diagnose ist Privatsache.
  • Dich zwingen, trotz Krankschreibung zur Arbeit zu kommen. Es steht dir aber frei, vor Ablauf des Attests wieder zu arbeiten, falls du dich schneller besser fühlst.
  • Vorschreiben, zu welchem Arzt du gehen sollst. Ausnahme: Falls du auffällig oft fehlst oder gerade an Brückentagen, kann der Chef den medizinischen Dienst der Krankenkassen einschalten. Ein Arzt der Krankenkasse überprüft dann die Diagnose.

Du siehst, ein paar Dinge musst du beachten, wenn du in der Ausbildung krank bist. Das Wichtigste ist aber, dass du dich ausreichend schonst, damit du schnell wieder gesund wirst. Wir wünschen dir gute Besserung!

Bild: Theresa Müller
Theresa Müller (8 Artikel) Theresa Müller hat Journalismus im Bachelor und Kommunikationsmanagement im Master in Bielefeld studiert. Bereits während des Studiums war sie für Tageszeitungen, Zeitschriften und in verschiedenen Online-Redaktionen als freie Mitarbeiterin tätig. Auch sammelte sie bereits Erfahrungen im Marketing- und PR-Bereich. Nun arbeitet sie als Online-Redakteurin und verfasst für ausbildungsstellen.de Artikel rund um die Themen Bewerbung, Ausbildung und Karrierestart. Schreibt sie mal gerade nicht, dann ist sie oft im Reitstall anzutreffen - hoch oben im Sattel. Letzte Artikel
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