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Mobbt dein Chef dich? 3 Hinweise für Bossing und was du dagegen tun kannst

Mobbt dein Chef dich? 3 Hinweise für Bossing und was du dagegen tun kannst
© Tiko Aramyan | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Was bedeutet „Bossing“?
  2. Wenn diese 3 Eigenschaften zutreffen, ist es Bossing
    1. Beispiele für Bossing auf der Arbeitsebene
    2. Beispiele für Bossing auf der persönlichen Ebene
  3. Wieso mobben Chefs ihre Angestellten?
    1. Die Folgen der Schikane sind nicht zu unterschätzen
  4. Die erste Maßnahme gegen Bossing ist ein persönliches Gespräch
  5. Und wenn ein einfaches Gespräch nichts nützt?

Mobbing unter Kollegen ist nicht selten. Das ist aber nicht die einzige Form für Mobbing am Arbeitsplatz. Mitunter schikanieren auch Arbeitgeber ihre Beschäftigten. Dann ist von Bossing die Rede. Wir verraten dir, welche drei Hinweise darauf hindeuten, dass dein Chef dich mobbt, zeigen dir typische Beispiele für Bossing und geben dir Tipps, wie du dich dagegen zur Wehr setzen kannst.

Was bedeutet „Bossing“?

Als Bossing bezeichnet man eine besondere Form des Mobbings. Es hat die Eigenschaft, dass es ausschließlich zwischen dem Vorgesetzten und seinem Mitarbeiter stattfindet. Oft erledigen die Angestellten ihren Job viele Jahre lang gut, bevor sie durch einen bestimmten Vorfall in Ungnade fallen. Dann folgen willkürliche und verletzende Attacken des Chefs, die nicht darauf abzielen, sich friedlich zu einigen, sondern bereits bestehende Gräben noch vertiefen. Laut Definition unterscheidet man Bossing von Mobbing insbesondere durch die Position in der Unternehmenshierarchie.

Als Bossing-Opfer bist du der Person, die dich mobbt, aus hierarchischer Sicht untergeordnet. Dementsprechend hast du weniger Macht und kannst dich auch schlechter wehren. Das führt dazu, dass das Bossing sich für Betroffene umso schlimmer anfühlt. Fachleute bezeichnen Bossing auch als „downward bullying“. Der Begriff kommt von dem englischen Wort „to bully“, was so viel bedeutet wie „jemanden schikanieren“. Das Wörtchen „downward“ heißt dabei „von oben nach unten“. Ganz anders verhält es sich beim „upward bullying“, bei dem Angestellte ihren Vorgesetzten mobben. Dies wird auch als Staffing bezeichnet.

Wenn diese 3 Eigenschaften zutreffen, ist es Bossing

Du gerätst öfter mit deinem Chef aneinander, empfindest ihn als unfreundlich und gehst ihm lieber aus dem Weg – bist dir aber nicht sicher, ob wirklich schon von Bossing gesprochen werden kann? Dann geh noch einmal in dich und überprüfe, ob die Schikane deines Chefs die folgenden drei Eigenschaften erfüllt, denn dann erst sind die Voraussetzungen für Bossing gegeben:

  1. systematisch
  2. wiederholt
  3. hierarchisch

Die Schikane durch den Vorgesetzten muss einem systematischen und zielgerichteten Muster folgen, damit es sich um eine strafbare Aktion handelt. Alles andere könnte als einmaliger Ausrutscher entschuldigt werden. Zudem muss Bossing genau wie Mobbing wiederholt über einen längeren Zeitraum erfolgen. Nicht selten wird es in deinem Leben Situationen und Vorfälle mit deinem Chef geben, die dir übel aufstoßen. Das ist nicht schön, kann aber nicht sofort als Mobbing bezeichnet werden. Um das Bossing zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen, ist daher ein bestimmter Leidensweg notwendig. Der letzte Punkt ist wichtig, um zwischen Bossing und Mobbing zu unterscheiden. Denn bei Bossing bist du als Opfer der mobbenden Person hierarchisch unterlegen, weshalb du von vornherein weniger Macht hast.

Beispiele für Bossing auf der Arbeitsebene

Grundsätzlich kann zwischen Bossing auf der Arbeitsebene und Bossing auf der persönlichen Ebene unterschieden werden. Auf der Arbeitsebene kann dich dein Chef zum Beispiel auf die folgenden Weisen schikanieren:

  • Er manipuliert oder unterschlägt die Ergebnisse deiner Arbeit
  • Er ordnet Tätigkeiten an, die du nicht bewältigen kannst oder die sinnlos sind
  • Er kritisiert deine Arbeitsergebnisse öffentlich und unsachlich
  • Er kontrolliert dich bei der Arbeit ständig
  • Er entzieht dir ganz bewusst notwendige Informationen oder Privilegien, die andere Mitarbeiter erhalten

Sofern du auf Arbeit wiederholt einen oder mehrere dieser Punkte erlebt hast, bist du also mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Bossing-Opfer!

Beispiele für Bossing auf der persönlichen Ebene

Einige Chefs mobben auch gerne auf der persönlichen Ebene. Das kann zum Beispiel wie folgt aussehen:

  • Er verleumdet dich
  • Er grenzt dich immer wieder aus dem Team aus
  • Er deutet negative Dinge an oder unterstellt dir falsche Sachen
  • Er geht aus dem Raum, sobald du eintrittst
  • Er macht dich vor deinen Kollegen schlecht oder zieht über dich her

Auch Bossing auf persönlicher Ebene muss natürlich nicht hingenommen werden.

Wieso mobben Chefs ihre Angestellten?

Wenn du Bossing-Opfer bist, stellst du dir sicher die Frage, warum dein Chef dir das antut. Meistens handelt es sich bei Vorgesetzten, die ihre Mitarbeiter schikanieren, um Menschen, die einen Mangel an Selbstbewusstsein haben oder selbst unsicher sind. Ein Mitarbeiter, der eventuell stärker oder selbstbewusster wirkt, als der Vorgesetzte, stellt eine Bedrohung dar. Diese persönliche Minderwertigkeit versucht der Chef dann durch Mobbing zu kompensieren. Bossing kann aber auch dazu dienen, die eigene Unsicherheit zu vertuschen, denn der Chef zeigt dadurch übertriebene Härte und Disziplin.

Manchmal kommt es auch wegen des hohen wirtschaftlichen Drucks, dem der Chef ausgesetzt ist, zu Bossing. Du musst also keine Angst haben, dass dein Chef dich mit dem Bossing für schlechtere Leistungen bestrafen möchte. Viele Experten sind sich heute sogar einig, dass Bossing oft mit der beruflichen oder persönlichen Unreife zu tun hat. Das Fachwissen ist nämlich nur ein Teil, der für die Führungsreife erforderlich ist. Auch die Fähigkeit, Arbeitnehmer zu akzeptieren und zu respektieren und als Chance für den Unternehmenserfolg zu betrachten, gehört zur Führungsreife dazu. Unreife Chefs stellen sich selbst über ihre Angestellten und neigen eher dazu, mit dem Bossing zu beginnen.

Die Folgen der Schikane sind nicht zu unterschätzen

Du solltest Bossing nicht einfach so hinnehmen. Es handelt sich dabei um kein Kavaliersdelikt. Die Opfer leiden unter Folgen, die psychisch stark belastend und existenzbedrohlich sind. Das Selbstwertgefühl wird extrem beeinträchtigt und im schlimmsten Fall kann eine Depression entstehen. Weitere Symptome von Bossing-Opfern sind:

  • Traurigkeit
  • Innere Leere
  • Niedergeschlagenheit
  • Schwierigkeiten, Entscheidungen zu fällen
  • Antriebslosigkeit
  • Innere Unruhe
  • Interessenverlust
  • Gefühl, dass alles sinnlos ist
  • Minderwertigkeitskomplexe
  • Hohe Selbstkritik
  • Gedankenkreisen
  • Konzentrations- und Denkschwäche
  • Reizbarkeit
  • Aggressionen
  • Schlaflosigkeit
  • Rückzug von der Familie oder von Freunden

Bossing-Opfer neigen dazu, mehr Medikamente einzunehmen, häufiger zu rauchen oder mehr Alkohol zu trinken. Nicht selten kommt es zu körperlichen Beschwerden wie Bauchkrämpfen, Durchfall, Kopfschmerzen oder Augenzucken. Der Körper versucht auf diese Weise, sich gegen die Situation zur Wehr zu setzen.

Die erste Maßnahme gegen Bossing ist ein persönliches Gespräch

Auch wenn es schwer fällt – Der erste Schritt besteht immer darin, dass du das direkte Gespräch zu deinem Chef suchst und ihm auf die Probleme ansprichst. Damit solltest du nicht zu lange warten. Eventuell handelt es sich um Missverständnisse, der Chef meint es anders, als er es sagt und alles lässt sich ganz einfach aus der Welt schaffen. Denn natürlich spielt immer auch die subjektive Empfindung dabei eine Rolle, ob du dich als Bossing-Opfer fühlst. Mitunter weiß dein Chef auch einfach nicht, wie sehr dich seine Taten und Worte verletzen.

Bei einem echten Bossing-Fall wird das Vier-Augen-Gespräch ebenfalls nützlich sein: Damit zeigst du deinem Vorgesetzten Grenzen auf und beweist Stärke. Trotz der Hierarchie musst du dir nicht alles von deinem Chef gefallen lassen. Ein solches Gespräch erfordert Kraft und eine gute Vorbereitung, damit du deinem Vorgesetzten deutlich zeigen kannst: „Ich werde mich nicht mehr von Ihnen schikanieren lassen. Ab jetzt wehre ich mich!“ Oft haben mobbende Führungskräfte ein Persönlichkeitsproblem und werden durch eine solche Ansage wachgerüttelt. Im besten Fall lassen sie das Bossing von nun an sein, weil sie Angst davor haben, sich mit dem Betriebsrat, der Personalabteilung oder der Unternehmensleitung auseinandersetzen zu müssen. Vergiss nie: Bossing ist genauso wie Mobbing strafbar!

Und wenn ein einfaches Gespräch nichts nützt?

In einigen Fällen lässt sich der Chef auch durch ein Gespräch nicht zur Vernunft bringen. Dann ist es an der Zeit, weitere Maßnahmen einzuleiten. Wende dich hierfür an die Personalabteilung, den Betriebsrat oder notfalls auch an die Unternehmensleitung. Auch Gleichstellungsbeauftragte und Gewerkschaften sind Anlaufstellen, die dir in dieser Situation weiterhelfen können. Allerdings benötigst du dafür unbedingt Beweise, die die Schikanen deines Chefs belegen. Als Beweise eignen sich zum Beispiel:

  • Fotos
  • E-Mails
  • Mobbing-Tagebuch
  • Zeugen

Um Bossing nachzuweisen, muss aus den Beweisen hervorgehen, dass dein Chef dich über einen längeren Zeitraum wiederholt und systematisch schikaniert. Leider werden ein oder zwei Ausraster oder ein grobes Verhalten noch nicht ausreichen. Auch wenn es traurig ist, musst du erst eine Weile leiden, bevor du deinem Chef das Bossing nachweisen kannst.

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