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Nacht- und Schichtarbeit in der Ausbildung - Wie viel müssen Azubis arbeiten?

Nacht- und Schichtarbeit in der Ausbildung - Wie viel müssen Azubis arbeiten?
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Inhalt:
  1. Diese Arbeitszeiten gelten für Auszubildende
  2. Das Jugendarbeitsschutzgesetz über Schichtarbeit während der Ausbildung
    1. Minderjährige Azubis müssen folgendes beachten:
    2. Für volljährige Auszubildende gilt:
  3. Schichtarbeit in der Ausbildung ist nicht nur für Nachtschwärmer interessant!

Eine Ausbildung im Gastgewerbe, in der Landwirtschaft, oder auch in der Industrie haben alle eines gemeinsam: Es gelten nicht die klassischen Büro-Arbeitszeiten von 8 Uhr bis 17 Uhr. In vielen Ausbildungsberufen spielt das Thema Schichtarbeit eine entscheidende Rolle. Egal ob Krankenschwester, Metallbauer oder Hotelkaufmann: Mal beginnt der Arbeitstag am frühen Nachmittag, manchmal aber auch erst am Abend. Aber wie sehen eigentlich die gesetzlichen Regelungen dazu aus? Ist Schichtarbeit während der Ausbildung überhaupt erlaubt? Und wie sehen die Arbeitszeiten von minderjährigen Azubis aus? Hier gibt’s alle relevanten Infos!

Diese Arbeitszeiten gelten für Auszubildende

Auszubildende dürfen täglich nicht mehr als acht Stunden Arbeiten. Eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden darf also nicht überschritten werden. Pausen werden bei dieser Regelung übrigens nicht berücksichtigt! Inklusive der Pausen verbringt ein Auszubildender also bis zu neun Stunden täglich in seinem Ausbildungsbetrieb. Klingt zunächst nach viel, aber daran gewöhnt man sich als Azubi sehr schnell! Vor allem, wenn man daran denkt, dass man einen tollen Job erlernt, für den man sich voller Vorfreude entschieden hat!

Eine Ausnahme bezüglich der gesetzlich vorgegeben Arbeitszeiten für Auszubildende gibt es in der Landwirtschaft: Dort gibt es bekanntlich viel zu tun während der Erntezeit, sodass der Ausbildungsbetrieb auch einmal eine Ausnahme machen darf. Azubis, die älter als 16 Jahre sind, können also sogar für neun Stunden am Tag eingesetzt werden, aber auch nur so oft, dass innerhalb von zwei Wochen nicht mehr als 85 Stunden gearbeitet wird. In einigen Branchen ist auch Schichtarbeit erlaubt. Dort dürfen Schichtzeiten von 11 Arbeitsstunden pro Tag (inklusive Pausen) nicht überschritten werden.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz über Schichtarbeit während der Ausbildung

Ist Schichtarbeit während der Ausbildung erlaubt? Grundsätzlich ja! Hier gibt es je nach Branche unterschiedliche Bestimmungen. In der Gastronomie, Hotellerie, in der Tierhaltung, der Landwirtschaft, sowie auf dem Bau gilt die maximale Schichtarbeitszeit von 11 Stunden. Im Bergbau beträgt die Schichtarbeitszeit höchstens 8 Stunden, in allen anderen Branchen liegt die Arbeitszeit von Azubis bei maximal 10 Stunden.

Minderjährige Azubis müssen folgendes beachten:

  • Sie dürfen nur in ganz bestimmten Berufen auch zwischen 20 Uhr und 6 Uhr eingesetzt werden (z.B. Bäcker)
  • Zwischen zwei Schichten müssen mindestens 12 Stunden liegen
  • Die maximale wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden darf nicht überschritten werden
  • Schichtarbeit darf, bis auf wenige Ausnahmen, nicht am Wochenende stattfinden
  • Wer an einem Samstag oder Sonntag arbeitet, dem muss noch in der selben Woche ein Ersatzruhetag gewährt werden

Für volljährige Auszubildende gilt:

  • Die tägliche Arbeitszeit kann bis auf 10 Stunden erhöht werden
  • Es darf Samstags gearbeitet werden, wenn 2 Samstage im Monat frei bleiben
  • In bestimmten Branchen ist die Arbeit an Sonn- und Feiertagen erlaubt, wobei 15 Sonntage im Jahr frei sein müssen

Mehr Details zum Jugendarbeitsschutzgesetz findest du hier:
https://www.gesetze-im-internet.de/ | Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend (Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG)

Schichtarbeit in der Ausbildung ist nicht nur für Nachtschwärmer interessant!

Dein Personalausweis läuft bald aus und muss deshalb erneuert werden? Der Routine-Check beim Zahnarzt steht an? Wenn du eine Ausbildung machst, in der es Schichtarbeit gibt, ist das alles kein Problem! Azubis in Büro-Jobs zum Beispiel müssten für Termine und Amtsbesuche extra einen Urlaubstag opfern. Denn ihre Arbeitszeiten decken sich mit den Arbeitszeiten aller anderen. Erledigen kann man da nicht so viel.

Du liebst ausgiebige Shopping-Touren? Dann wäre eine Ausbildung mit Sichtarbeit auch für dich interessant! Denn dann kannst du in aller Seelenruhe einkaufen, während alle anderen auf der Arbeit sind. Kein ewiges Anstehen vor Umkleidekabinen, kein Gedränge am Kleiderständer und keine gestressten und unfreundlichen Kassierer. Am Vormittag einkaufen zu können, ist um ein Vielfaches angenehmer als abends, wenn so manch ein Geschäft an einen Bahnhof in New York erinnert.

Ausschlafen gehört zu deinen liebsten Hobbys? Auch das geht! Zwar gibt es hier und da diese Frühschicht, doch zum Ausgleich kommen auch Spät- oder Nachtschichten dazu. Kennst du diesen Montagmorgen, der den Rest der Welt vollkommen übermüdet und gestresst um sechs Uhr in der Früh aus ihren Betten zwingt? Diesen Tag brauchst du nicht mehr zu fürchten, denn du kannst ausschlafen und tiefenentspannt in die neue Arbeitswoche starten!

Übrigens: In der kalten Jahreszeit bekommen Lehrlinge in ihren Nine-to-Five-Jobs schon mal für mehrere Monate kein Sonnenlicht zu sehen! Man geht im Dunkeln zu Arbeit und hat auch erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder Feierabend. Dieser Mangel an Tageslicht und Vitamin D kann das Immunsystem schwächen und führt bekannterweise auch zu depressiven Verstimmungen. Beginnt dein Arbeitstag aber erst um 14 Uhr, hast du vorher jede Menge Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang im Sonnenschein!

Fazit

Schichtarbeit ist nicht für Jeden etwas. Doch wenn dein Körper auf Zeitumstellungen und ungewohnte Ess- und Schlafenszeiten nicht sensibel reagiert, lohnt es sich über eine Ausbildung in einer Branche nachzudenken, in der es Schichtarbeit gibt. Diese ist nämlich durchaus besser als ihr Ruf. Einige Vorteile haben wir dir bereits vorgestellt. Lass dich also bei der Suche nach der Ausbildung deiner Träume nicht durch die Arbeitszeiten davon abhalten, dir den Job auszusuchen, der dir am meisten Spaß machen würde!

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