ausbildungsstellen.de Azubi Ratgeber New Work: Das sind die Arbeitsmodelle der Zukunft!

New Work: Das sind die Arbeitsmodelle der Zukunft!

New Work
© Photographee.eu | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Was ist New Work?
  2. Die Arbeit der Zukunft – so lässt sich New Work umsetzen!
    1. 1. Säule: Der Fokus liegt auf den Wünschen und Bedürfnissen der Mitarbeiter
    2. 2. Säule: Die Arbeit inspiriert und fördert Innovation
    3. 3. Säule: Technik findet im Sinne des Menschen Einsatz
    4. 4. Säule: Das Gemeinschaftsgefühl steht im Vordergrund
    5. 5. Säule: Die Arbeit ist von Freiheit gekennzeichnet
  3. New Work: Die 6 wichtigsten Arbeitsmodelle der Zukunft
    1. 1. Arbeitsmodell: Homeoffice – Arbeit von zu Hause
    2. 2. Arbeitsmodell: Co-Working-Spaces – gemeinsam kreativ arbeiten
    3. 3. Arbeitsmodell: Remote Work – virtuelle und internationale Teams
    4. 4. Arbeitsmodell: Hotdesking – effiziente Raumnutzung
    5. 5. Arbeitsmodell: Jobsharing – Arbeitsplatzteilung statt Teilzeit
    6. 6. Arbeitsmodell: Vier-Tage-Woche – kürzere Arbeitszeit für mehr Produktivität
  4. Neue Arbeitsmodelle erfordern neue Führungsmodelle
    1. Vertrauen ist besser als Kontrolle
    2. Den Fokus auf Ergebnisse nicht auf die Arbeitszeit legen
    3. Flexibilität und Offenheit
    4. Mit gutem Beispiel vorangehen
    5. Leiten statt führen

Es ist unverkennbar, dass die Arbeitswelt im Wandel ist, und das nicht erst seit gestern. Insbesondere die Digitalisierung und der technische Fortschritt der letzten Jahrzehnte haben neue Möglichkeiten und Bedingungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit sich gebracht. Wer sein Unternehmen oder seinen Arbeitsplatz nicht an diese globalen Veränderungen anpasst, bleibt früher oder später auf der Strecke. Der Schlüssel zum Erfolg heißt New Work. Wir geben dir im Folgenden einen Überblick über das Konzept und flexible Arbeitsmodelle der Zukunft.

Was ist New Work?

New Work beschriebt nichts anderes als die Veränderungen der Arbeitswelt durch neue Technologien, Digitalisierung, Automatisierung sowie die Entwicklung künstlicher Intelligenz. Bei New Work geht es folglich darum, diese Neuerungen anzunehmen und im eigenen Unternehmen im Sinne der Angestellten einzusetzen. Dies kann in Form revolutionärer Arbeitsmodelle passieren, die ein Umdenken klassischer Berufsrollen erfordern. Das heißt auch, dass New Work mitarbeiterorientierte Führung erfordert, die von Freiheit, Leidenschaft, Flexibilität und Wachstum gekennzeichnet ist.

Die Arbeit der Zukunft – so lässt sich New Work umsetzen!

New Work bedarf des Umdenkens in Bezug auf herkömmliche Unternehmensführung und bekannte Arbeitsmodelle. Das Konzept distanziert sich eindeutig von demotivierenden Arbeitsbedingungen und schwerem Schuften und repräsentiert Menschlichkeit. Damit die Umsetzung im eigenen Unternehmen oder am Arbeitsplatz gelingt, sollten Arbeitgeber die folgenden fünf Punkte unbedingt beachten.

Das Konzept der New Work steht auf diesen fünf Säulen:

1. Säule: Der Fokus liegt auf den Wünschen und Bedürfnissen der Mitarbeiter

Selbstverständlich möchten sich Arbeitgeber mit ihrem Unternehmen erfolgreich im Wettbewerb präsentieren und möglichst viel Profit erwirtschaften. New Work sieht hier jedoch einen häufig vernachlässigten, aber wichtigen Faktor: Mitarbeiterzufriedenheit. Diese soll erreicht werden, indem Angestellte sich relativ frei für anfallende Arbeit entscheiden können und nur das tun, was ihnen auch gefällt, – denn Leidenschaft führt zu Motivation und Produktivität und damit zum Erfolg.

2. Säule: Die Arbeit inspiriert und fördert Innovation

Durch die neusten Technologien haben sich unzählige Möglichkeiten ergeben, Arbeitsabläufe zu strukturieren. Dabei kann es die Angestellten eines Unternehmens sehr entlasten, wenn einfache Aufgaben nun mehr von technischen oder digitalen Geräten übernommen werden. So bleibt Platz für kreative und innovative Ideen und die notwendige Zeit, diese umzusetzen.

3. Säule: Technik findet im Sinne des Menschen Einsatz

Ein sehr wichtiger Punkt, der häufig auf Kritik stößt, ist die Automatisierung von Arbeitsabläufen. Es ist jedoch nicht die Absicht von New Work, Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen, daher musst du als Angestellter keine Angst haben, deinen Job zu verlieren. Vielmehr sollen Technik und Digitalisierung die Arbeit erleichtern und eben solche Aufgaben abnehmen, die sowieso niemand gerne macht. Sinn und Zweck des Fortschritts ist es doch, Technologien für den Menschen zu entwickeln.

4. Säule: Das Gemeinschaftsgefühl steht im Vordergrund

Menschen sind soziale Wesen und mögen das Gefühl, einem größeren Zweck zu dienen bzw. einen positiven Beitrag zur Allgemeinheit zu leisten. Aus diesem Grund sieht es New Work vor, Mitarbeitern den Nutzen ihrer Arbeit aufzuzeigen und ein nachhaltiges gemeinsames Ziel vorzugeben. So haben alle Teammitglieder das Gefühl, mit ihrer Arbeit andere zu bereichern.

5. Säule: Die Arbeit ist von Freiheit gekennzeichnet

Im Sinne der New Work sollte jeder Mitarbeiter eines Unternehmens die Möglichkeit haben, seine Aufgaben und Projekte frei zu wählen. Außerdem sieht es das Modell vor, dass Angestellte ihren Arbeitsplatz frei wählen und gestalten können, sich die Arbeitszeiten so einteilen, dass es für sie richtig ist und eigenständig entscheiden, was sie noch lernen möchten.

Wenn neue Technologien und digitale Errungenschaften die Arbeitsbedingungen für den Menschen verbessern, steigert dies ihr Freiheitsgefühl, das Wachstum des Unternehmens sowie die allgemeine Produktivität. Doch welche speziellen Arbeitsmodelle lassen sich nun im Sinne der New Work einsetzen?

New Work: Die 6 wichtigsten Arbeitsmodelle der Zukunft

New Work präsentiert sich als Konzept, welches wie bereits erwähnt insbesondere durch die technischen und digitalen Veränderungen geprägt ist. Der daraus resultierende Paradigmenwechsel fordert ein Umdenken in Bezug auf herkömmliche Geschäftsmodelle und Arbeitsbedingungen.

Wir stellen dir im Folgenden die wichtigsten Arbeitsmodelle der Zukunft vor, mit denen es Unternehmen möglich ist, sich im Wettbewerb zu behaupten und zukünftige Herausforderungen zu meistern.  

1. Arbeitsmodell: Homeoffice – Arbeit von zu Hause

Das wohl wichtigste und bereits weltweit häufig eingesetzte Modell ist das Homeoffice. Insbesondere Unternehmen, die hauptsächlich digital Arbeiten, greifen auf das arbeitnehmerfreundliche Homeoffice zurück. Dabei handelt es sich, wie vermutlich bekannt, um das Arbeiten von zu Hause, ganz gleich, ob als Angestellter eines Unternehmens oder auf Selbstständigenbasis. Die neu gewonnene Flexibilität fördert sowohl die Motivation als auch die Konzentration, denn die Arbeit am eigenen Schreibtisch lässt sich deutlich leichter an individuelle Bedürfnisse anpassen.

2. Arbeitsmodell: Co-Working-Spaces – gemeinsam kreativ arbeiten

Ein weiteres Arbeitsmodell der Zukunft ist der Co-Working Space. Hier wird nicht, wie normalerweise üblich, in einem gemeinsamen Büro gearbeitet. Stattdessen kommen verschiedene Teams an einem gesonderten Ort zusammen, der eine deutlich flexiblere, offenere und inspirierende Arbeit ermöglicht. Üblicherweise werden diese Co-Working Spaces von Gründer, Start-ups oder kleinen Teams genutzt, die kein privates Büro haben und von den Erfahrungen sowie Ideen Anderer profitieren möchten.

3. Arbeitsmodell: Remote Work – virtuelle und internationale Teams

Remote Work ist ein in Deutschland noch relativ wenig verbreitetes Arbeitsmodell, welches sich insbesondere an den neuen digitalen Möglichkeiten orientiert. Entgegen dem Homeoffice können Angestellte von jedem beliebigen Ort aus arbeiten, sodass auch das Zusammenkommen internationaler Teams keine Herausforderung mehr darstellt. Ein Laptop und Internetzugang reichen dabei völlig aus, um in virtuellen Teams an neuen Geschäftsideen zu arbeiten.

4. Arbeitsmodell: Hotdesking – effiziente Raumnutzung

Das Hotdesking ist eine weiterentwickelte Form der Co-Working Spaces. Das Arbeitsmodell zielt auf die effiziente Nutzung von Räumlichkeiten ab, da Arbeitsplätze von verschiedenen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten genutzt werden können. Sie sind sowohl in privaten Büros zu finden als auch in Co-Working-Spaces. Sinn und Zweck ist es beim Hotdesking, dass auf den Arbeitsplatz jederzeit Zugriff besteht. Diese Flexibilität passt sich dem technologischen Fortschritt besonders gut an.

5. Arbeitsmodell: Jobsharing – Arbeitsplatzteilung statt Teilzeit

New Work erfordert auch das Umdenken in Bezug auf herkömmliche Arbeitszeitmodelle. So besteht beim Jobsharing die Möglichkeit, eine Vollzeitstelle unter zwei Angestellten auszuteilen. In einigen Unternehmen in Deutschland findet das neue Modell bereits erfolgreich Anwendung. Entgegen dem Job-Splitting, welches unabhängiges Arbeiten des Zweierteams verlangt, arbeiten die beiden Arbeitnehmer beim Job-Pairing miteinander an ihren Projekten und Aufgaben.

6. Arbeitsmodell: Vier-Tage-Woche – kürzere Arbeitszeit für mehr Produktivität

Innerhalb von vier Tagen soll die gleiche Arbeit erledigt werden wie in der herkömmlichen 40-Stunden-Woche. Weltweit hat die 4-Tage-Woche zu einer gesteigerten Produktivität der Mitarbeiter geführt. In Deutschland setzen jedoch noch wenige Unternehmen auf das neue Arbeitsmodell, obwohl der Erfolg unverkennbar ist. Die Arbeitsziele trotz der kürzeren Arbeitszeit zu erreichen, scheint Arbeitnehmer nicht zu stressen, sondern sorgt für deutlich höhere Motivation und allgemeine Zufriedenheit.

Neue Arbeitsmodelle erfordern neue Führungsmodelle

Die neuen Arbeitsmodelle bestechen durch ein hohes Maß an Flexibilität, was insbesondere Führungskräften Angst macht. Es besteht die Befürchtung, dass Mitarbeiter nicht mehr gewissenhaft arbeiten und Unternehmensziele folglich nicht erreicht werden. Allerdings ist das ein Trugschluss, denn die neuen Modelle erweisen sich bereits als äußerst erfolgreich. Damit New Work im Sinne zukunftsorientierter Arbeitsweisen funktioniert, müssen sich jedoch auch die Führungsstrategien den veränderten Bedingungen anpassen.  

Hier die wichtigsten Punkte, die es als Chef in Zukunft zu beachten gilt:

Vertrauen ist besser als Kontrolle

Durch die Arbeitsmodelle der Zukunft können Arbeitnehmer freier entscheiden und sind flexibler. Dadurch entsteht bei Arbeitgebern oft das Gefühl, sie müssten jeden Schritt kontrollieren, allerdings ist das der falsche Weg. Der Schlüssel zum erfolgreichen Einsatz der New Work Modelle heißt: Vertrauen gegenüber den Mitarbeitern.

Den Fokus auf Ergebnisse nicht auf die Arbeitszeit legen

Es ist die Aufgabe der Führungsperson, dafür zu sorgen, dass unternehmerische Ziele erreicht werden. Jedoch sollte jedem Chef bewusst sein, dass es auf die Ergebnisse ankommt und nicht auf die aufgewendete Zeit. Dieser Grundgedanke ist für die neuen flexibleren Arbeitsmodelle besonders relevant und sollte im Fokus der Führung liegen.

Flexibilität und Offenheit

Auch als Arbeitgeber gilt es, die mit der New Work einziehende Flexibilität zu praktizieren. Solange die Ziele erreicht werden und sich Angestellte an die neuen Regeln halten, sollte der Chef seinen Mitarbeitern mit Offenheit und Verständnis begegnen.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Unabhängig vom Arbeitsmodell sollte eine gute Führungskraft stets ein Vorbild sein. Wenn Mitarbeiter mehr zusammenarbeiten, offener kommunizieren oder häufiger an Meetings teilnehmen sollen, dann ist es die Aufgabe des Chefs, den ersten Schritt zu machen und mit gutem Beispiel voranzugehen.

Leiten statt führen

Die Arbeitsmodelle der New Work beruhen auf gegenseitigem Vertrauen aller Mitglieder eines Teams. Der Vorgesetzte muss somit dafür sorgen, dass keine emotionalen Barrieren herrschen oder ein Mitarbeiter unzufrieden ist. Transparenz, Offenheit und Empathie sollten an erster Stelle stehen, denn nur so ist es möglich, Schwachstellen zu erkennen und wenn nötig Hilfestellung zu bieten.

Wie du gesehen hast, ist New Work ein Oberbegriff für die veränderten Bedingungen in der Arbeitswelt und notwendige Anpassungen in Bezug auf Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen. Digitale und technologische Neuerungen haben dazu geführt, dass flexibler und offener gearbeitet werden muss, um Unternehmensziele weiterhin zu erreichen und dem Wettbewerb besser trotzen zu können.

Bild: Lillia Seifert
Lillia Seifert (23 Artikel) Lillia Seifert hat Anglistik und Soziologie studiert und befindet sich derzeit im Masterstudium der Interdisziplinären Medienwissenschaft an der Universität Bielefeld. Schon während des Erststudiums veröffentlichte sie eigene Texte und arbeitete als Social Media Managerin. Mit ihren Kenntnissen aus den verschiedenen Bereichen unterstützt sie das Team von ausbildungsstellen.de durch das Erstellen von Artikeln zu aktuellen Themen. Letzte Artikel
Weitere Tipps für Azubis
Design Thinking
© REDPIXEL.PL | shutterstock.com
Design Thinking: Die Kreativmethode zur innovativen...

Veränderte Arbeitsbedingungen und immer komplexere Herausforderungen im Unternehmen erfordern neue Methoden zur Problemlösung und Entwicklung innovativer...

So sagst du richtig Nein im Job!
© Antonio Guillem | shutterstock.com
Grenzen setzen: So sagst du richtig Nein im Job!

Im Job kann es immer wieder Situationen geben, die dich überfordern und Aufgaben, die du zeitlich einfach nicht bewältigen kannst. Insbesondere dem eigenen...

Nach dem Urlaub zurück im Büro: Tipps gegen den Urlaubs-Blues
© alphaspirit | shutterstock.com
Nach dem Urlaub zurück im Büro: Tipps gegen den...

Gestern noch Strand, Sonne und Meer und heute ein Stapel Arbeit im Büro: Vielen Arbeitnehmern fällt es schwer nach dem wohlverdienten Urlaub wieder in den...

Infos und Tipps für Azubis
Ausbildungsstellen finden leicht gemacht!

Auf ausbildungsstellen.de findest Du täglich aktuelle Ausbildungsstellen aus Deiner Umgebung.