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Privates Surfen am Arbeitsplatz: Das solltest du beachten!

Privates Surfen am Arbeitsplatz: Das solltest du beachten!
© Jacob Lund | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Darf man während der Arbeitszeit privat surfen?
  2. Darf man in den Pausenzeiten privat surfen?
  3. Gründe für ein Verbot der privaten Internetnutzung am Arbeitsplatz
  4. Welche Konsequenzen drohen beim unerlaubten privaten Surfen?
  5. Private Internetnutzung am Arbeitsplatz: Darf der Chef kontrollieren?
  6. Privates Surfen bei der Arbeit: So sieht es in der Praxis aus!
    1. Privates Surfen in der Arbeitszeit: Betriebsvereinbarungen formulieren
  7. Private Internetnutzung ist im Unternehmen nicht geregelt? So verhältst du dich!

Dein Smartphone ist dein treuer Begleiter? Minütlich checkst du die WhatsApp-Nachrichten deiner Freunde? Sobald du am Computer sitzt, surfst du durch die Weiten des Internets und bestellst in Onlineshops? Das könnte in deiner Ausbildung zum Problem wenden. Wir erklären dir, ob die private Internetnutzung am Arbeitsplatz überhaupt erlaubt ist, was der Arbeitgeber dir vorschreiben darf und was du beachten solltest.

Darf man während der Arbeitszeit privat surfen?

Es gibt kein eigenes Gesetz, das regelt, ob man während er Arbeitszeit privat surfen darf oder nicht. Allerdings lässt sich zum Beispiel aus dem Bundesdatenschutzgesetz und dem Telekommunikationsgesetz ableiten, dass die private Internetnutzung am Arbeitsplatz grundsätzlich verboten ist. Ausnahme: Sie wurde vom Arbeitgeber ausdrücklich erlaubt.

Das bedeutet, dass ein Verbot vom privaten Surfen nicht einmal in deinem Ausbildungsvertrag formuliert sein muss. Trotzdem handelst du schon vertrags- und rechtswidrig, wenn du im Firmennetz die Kinokarten für das Wochenende kaufst oder durch den Newsfeed von Facebook scrollst.

Darf man in den Pausenzeiten privat surfen?

Das grundsätzliche Verbot der privaten Internetnutzung gilt nur für die Arbeitszeit. In den Pausenzeiten darf dir der Arbeitgeber grundsätzlich nicht vorschreiben, dass du dein privates Handy nicht benutzen darfst. Ausnahme: Du arbeitest beispielsweise im Krankenhaus und die Handystrahlung könnte technische Geräte stören. Dies kannst du umgehen, indem du in deiner Pause einfach den Arbeitsort verlässt. Dein Chef kann dir aber verbieten, dass du dich mit deinem privaten Handy in das Firmeninternet einloggst – auch in den Pausenzeiten.

Gründe für ein Verbot der privaten Internetnutzung am Arbeitsplatz

Die Gründe, warum das private Surfen verboten ist, sind eigentlich recht nachvollziehbar:

  • Du wirst für deine Arbeit bezahlt und nicht dafür, private Dinge zu erledigen.
  • Du gehst während der Arbeitszeit ja auch nicht Einkaufen oder zum Sport. Warum sollte Surfen dann erlaubt sein?
  • Das private Surfen lenkt dich von deiner Arbeit ab. Du wirst unproduktiver und es passieren schneller Fehler. Dies sorgt in manchen Berufen zu einem erhöhten Verletzungsrisiko.
  • Durch Fotos oder Videos, die du während der Arbeit erstellst und dann im Internet postest, gelangen eventuell Betriebsgeheimnisse an die Öffentlichkeit.
  • Durch den Download von Dateien oder der Installation von Software besteht die Gefahr von Viren.

Welche Konsequenzen drohen beim unerlaubten privaten Surfen?

Wenn du unerlaubt während deiner Arbeitszeit das Internet für private Zwecke nutzt, riskierst du eine Abmahnung oder im schlimmsten Fall eine Kündigung. Es gibt keine gesetzliche Vorgabe, zu welchem Zeitpunkt oder wie intensiv die private Nutzung sein muss, um abgemahnt oder gekündigt zu werden. Es wird im Einzelfall geprüft, wie schwer der Verstoß war und dann entschieden, welche Konsequenzen passend sind.

Private Internetnutzung am Arbeitsplatz: Darf der Chef kontrollieren?

Der Chef darf nicht uneingeschränkt überprüfen, ob seine Mitarbeiter sich an die von ihm festgelegten Regeln halten. Er muss sich an Vorgaben des Telekommunikationsgesetzes und der Datenschutzgrundverordnung halten. Hierbei ist zu unterscheiden, ob die private Nutzung des Firmeninternets erlaubt ist oder nicht.

  • Die private Internetnutzung während der Arbeitszeit ist nicht erlaubt:
  • Der Arbeitgeber darf stichprobenartig überprüfen, ob sich die Arbeitnehmer an diese Vorgaben halten. Dies gilt allerdings nur für Dienstgeräte – nicht für das private Handy.
  • Die private Internetnutzung am Arbeitsplatz ist erlaubt:
  • Der Arbeitgeber darf den Computer nicht nach Hinweisen auf die private Nutzung durchsuchen. Die persönlichen Daten der Arbeitnehmer sollen dadurch geschützt werden.

Undurchsichtiger wird es, wenn der Arbeitnehmer sich mit seinem privaten Handy in das Firmeninternet einloggt. Der Arbeitgeber darf dies, auch wenn er es verboten hat, aus Datenschutzgründen nicht kontrollieren. Eine Abmahnung oder Kündigung ist aber trotzdem möglich, wenn er die private Nutzung anders belegen kann. Zum Beispiel kann er in sozialen Netzwerken sehen, wann du etwas postest. So erkennt er auch, wenn du während der Arbeitszeit etwas gepostet hast.

Privates Surfen bei der Arbeit: So sieht es in der Praxis aus!

Den Unternehmen ist aber auch klar, dass Smartphones in unserem Leben eine immer größere Rolle spielen. Man ist einfach jederzeit erreichbar, egal wo man ist. Davon kann ja sogar der Arbeitgeber selbst profitieren. Deswegen empfinden viele ein vollständiges Verbot als nicht mehr zeitgemäß. Die Firmen tolerieren immer öfters die private Internetnutzung. Auch zeigen sie Vertrauen gegenüber ihren Mitarbeitern, wenn sie kein komplettes Verbot aussprechen. Meistens gilt die Toleranz aber nur, solange die Nutzung in Maßen bleibt und die eigentliche Arbeit darunter nicht leidet. Oder sie ist nur auf die Pausen beschränkt.

Privates Surfen in der Arbeitszeit: Betriebsvereinbarungen formulieren

  • Bestenfalls gibt es schriftliche Betriebsvereinbarungen, die genau vorschreiben, was erlaubt ist. In so einer Betriebsvereinbarung könnte geschrieben stehen:
  • Private Telefonate sind auf wichtige Notfälle zu beschränken.
  • Fotos- und Videoaufnahmen im Unternehmen sind untersagt.
  • Die private Internetnutzung ist ausschließlich in den Pausen gestattet.
  • Es dürfen keine Dateien heruntergeladen werden.

Ein häufiges Problem aber: Die Unternehmen halten nirgendwo fest, wie sie die private Internetnutzung in der Arbeitszeit geregelt haben. Es gibt keine Betriebsvereinbarungen – also weder ein festgeschriebenes Verbot, noch eine ausdrückliche Erlaubnis.

Private Internetnutzung ist im Unternehmen nicht geregelt? So verhältst du dich!

Es ist schwierig, wenn das Unternehmen nicht schriftlich festgehalten hat, ob das private Surfen erlaubt ist oder nicht. Gerade für dich als Auszubildenden, der neu im Unternehmen ist. Vielleicht surft dein Kollege, der schon viele Jahre in dem Unternehmen tätig ist, regelmäßig privat – einfach aus Gewohnheit und weil es niemand kontrolliert. Das heißt aber nicht, dass es auch erlaubt ist und du es genauso machen solltest!

Geh zu Beginn deiner Ausbildung lieber auf Nummer sicher und nutze die Arbeitszeit ausschließlich zum Arbeiten. Auch wenn das private Surfen im Unternehmen erlaubt ist, macht es bei deinem Ausbilder und Chef sicherlich keinen guten Eindruck, wenn du die ganze Zeit mit deinem Smartphone beschäftigt bist oder mit dem Firmencomputer neue Klamotten bestellst. Erkundige dich am besten nach der Regelung für die Pausen. In vielen Fällen spricht aber nichts dagegen, dass du da dein privates Handy nutzt. Die nächste Schuhbestellung tätigst du aber besser von zu Hause. Dann hast du auch ein Grund mehr, dich auf den Feierabend zu freuen.

Bild: Theresa Müller
Theresa Müller (7 Artikel) Theresa Müller hat Journalismus im Bachelor und Kommunikationsmanagement im Master in Bielefeld studiert. Bereits während des Studiums war sie für Tageszeitungen, Zeitschriften und in verschiedenen Online-Redaktionen als freie Mitarbeiterin tätig. Auch sammelte sie bereits Erfahrungen im Marketing- und PR-Bereich. Nun arbeitet sie als Online-Redakteurin und verfasst für ausbildungsstellen.de Artikel rund um die Themen Bewerbung, Ausbildung und Karrierestart. Schreibt sie mal gerade nicht, dann ist sie oft im Reitstall anzutreffen - hoch oben im Sattel. Letzte Artikel
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