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Qualifizierungschancengesetz 2019: Was bedeutet es?

Qualifizierungschancengesetz 2019: Was bedeutet es?
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Inhalt:
  1. Gründe für das Gesetz seit Januar 2019
  2. Was bringt das neue Gesetzt noch mit sich?
  3. Was ist das Qualifizierungschancengesetz?
  4. Wer bezahlt die Weiterbildung nach dem Qualifizierungschancengesetz?
  5. Wer profitiert vom Qualifizierungschancengesetz?
  6. Plötzliche Förderung: Wurde vorher Weiterbildung nicht unterstützt?
  7. Wird jeder Beruf von der Bundesagentur für Arbeit gefördert?

Mit dem neuen Qualifizierungschancengesetz ergibt sich die Möglichkeiten zur Weiterbildung für die Arbeitswelt von morgen. Hintergrund ist die Entwicklung in Technik und Digitalisierung und der Wandel in vielen Berufen: Bis 2025 werden im Zuge des digitalen Wandels rund 2,1 Millionen neue Jobs geschaffen. Für die neuen Anforderungen müssen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen geschult werden. Aber was genau bedeutet das? Hat jeder Arbeitnehmer diese Möglichkeit auf Weiterbildung oder nur bestimmte Branchen? Für wen ist das Ganze von Vorteil?Hier erhältst Du die wichtigsten Fakten rund um das  Qualifizierungschancengesetz.

Gründe für das Gesetz seit Januar 2019

Verabschiedet wurde das Gesetzt bereits im Dezember vergangenen Jahres, in Kraft trat es am 01. Januar 2019. Grund für das neue Gesetz ist die Weiterentwicklung der Arbeitswelt in Technik, Digitalisierung und Fortschritt. Zwar werden in den nächsten Jahren Millionen Arbeitsplätze durch Automatisierung und technische Fortschritte wegfallen, doch gleichzeitig sollen zahlreiche neue Jobs entstehen. Etwa 1,3 Millionen Arbeitsplätze verschwinden, dafür sollen 2,1 Millionen neue geschaffen werden. Dafür braucht es gut ausgebildete Arbeitnehmer, weshalb auf Qualifizierung und Weiterbildung gesetzt wird. 

Was bringt das neue Gesetzt noch mit sich?

Nicht nur die Weiterbildung in Sachen zukünftige Arbeitswelt wird gefördert, auch muss weniger in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt werden. Der Beitrag sinkt von 3,0 auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Insgesamt werden Arbeitnehmer jährlich um rund sechs Milliarden Euro entlastet. Hinter dieser Beitragssenkung steckt die anhaltend gute Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Was ist das Qualifizierungschancengesetz?

Allgemein sollen Unternehmen und Mitarbeiter für den digitalen Wandel fit gemacht werden: Zentral ist hierbei, die Weiterbildung zu fördern. Dies geschieht durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) mittels Beratung und Geld. Diese Pläne sollen mit Rücklagen der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden.

Wie so oft, greift das neue Gesetzt nur unter bestimmten Voraussetzungen. So werden nicht alle beliebigen Weiterbildungsmaßnahmen und Qualifikationen unterstützt. Laut der neuen Regelung übernimmt die Bundesagentur künftig Teile der Kosten für die Weiterbildung nur, wenn die Beschäftigten sich für die wandelnde Arbeitswelt fit machen. Das heißt im Klartext: Wenn die Mitarbeiter auf die neuen Jobs von morgen vorbereitet werden.

Im Großen und Ganzen bleibt die Verantwortung bei den Arbeitgebern. Unternehmen, Betriebe und Firmen sind selbst verantwortlich für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Die Zukunft vieler Branchen soll sich ändern, sei es im Bereich Handwerk, Einzelhandel, Industrie oder IT. Durch diese Maßnahmen sollen auch die Veränderung innerhalb der Berufsfeldern gesichert werden. So soll z.B. ein Dachdecker im Umgang mit Drohnen geschult werden. In Zukunft heißt das mehr Sicherheit für die Arbeitnehmer: Die Drohne fliegt über das Dach, sodass die jeweiligen Arbeitsschritte ohne Risiko eines Sturzes abgeschätzt werden können.

Wer bezahlt die Weiterbildung nach dem Qualifizierungschancengesetz?

Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit tragen die Unternehmen die Kosten für die Weiterbildung. Mit wie viel Geld die Unternehmen unterstützt werden, steht in Abhängigkeit von der jeweiligen Betriebsgröße. Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern sollen mit einer hundertprozentigen Kostenübernahme rechnen können. Bei 10 bis 250 Mitarbeitern werden maximal 50 Prozent von der BA abgedeckt. Arbeitgeber mit einer höheren Betriebsgröße sollen mit bis zu 25 Prozent der Lehrgangskosten unterstützt werden.

Wer profitiert vom Qualifizierungschancengesetz?

Von dem neuen Gesetzt sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren: Arbeitgeber können die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter unter den richtigen Voraussetzungen vom Staat finanzieren lassen. Auch Betriebe mit mehr als 250 Beschäftigen sollen in Zukunft gefördert werden, hierbei hängt die Höhe der Kostenübernahme durch die BA von der Größe in Beschäftigungszahlen ab. Im Umkehrschluss haben Arbeitnehmer durch diese spezielle Förderung besser ausgebildete Mitarbeiter. Insgesamt sollen Unternehmen durch die Kostenerstattung durch den Staat finanziell entlastet werden. 

Zusätzlich können sich Unternehmen mit der Weiterbildung und Qualifizierung einen Namen machen. Dadurch werden sowohl bestehende Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden als auch neue Arbeitskräfte angesprochen. Im Prinzip steigert das Angebot an Weiterbildung für die zukünftige Arbeitswelt auch das Image der jeweiligen Arbeitgeber.

Arbeitnehmer haben durch das Qualifizierungschancengesetz einen Anspruch auf Beratung in Sachen Weiterbildung. Es entsteht die Alternative, sich auch außerhalb des aktuellen Berufs weiterzubilden. Dadurch erhöht sich die Chance der Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt von morgen. Als Arbeitnehmer kannst Du entscheiden, ob Du dich in deinem aktuellen Beruf oder in einem anderen weiterbilden und festigen möchtest. Nicht nur Vollzeitkräfte können ihrer Vorzüge aus diesen neuen Möglichkeiten ziehen, sondern auch Teilzeitbeschäftigte.

Die Entscheidung ob Du eine Weiterbildung absolvierst, liegt bei deinem Arbeitgeber. Dieser muss keinen seiner Mitarbeiter freistellen, es handelt sich um eine freiwillige Förderung und um keine verpflichtende Maßnahme.

Plötzliche Förderung: Wurde vorher Weiterbildung nicht unterstützt?

Die Bundesagentur für Arbeit hat bisher lediglich Arbeitslose und geringqualifizierte sowie ältere Arbeitnehmer in Sachen Weiterbildung unterstützt. In Zukunft sollen dank des Qualifizierungschancengesetzes auch andere Arbeitnehmer unterstützt und gefördert werden. 

Alter, Betriebsgröße und Ausbildung sollen dabei keine Rolle spielen. Allgemein gibt es bereits einige Förderprogramme unter anderem vom Bund und Ländern, doch leider ist dieses breite Spektrum für die Mehrheit unübersichtlich. Nicht selten sind diese Programme zusätzlich an bestimmte Voraussetzungen und Bedingungen geknüpft.

Wird jeder Beruf von der Bundesagentur für Arbeit gefördert?

Generell wird nicht jeder Beruf gefördert, jedoch sind viele Berufsfelder mit Zukunftschancen abgedeckt. Hierbei steht der technische Wandel und die Digitalisierung im Vordergrund, welche eine umfangreiche Weiterbildung beanspruchen. Möchtest Du dich nach deiner Ausbildung weiterbilden, steht die berufliche Qualifizierung im Vordergrund. Allgemein wird diese auch gefördert: Gute Chancen hast Du sicherlich mit einer Ausbildung in der IT und Technik Branche  sowie in einigen handwerkliche Bereichen. 

Möchtest Du dich hingegen für private Zwecke weiterbilden, wird dieser Kurs wahrscheinlich nicht vom Staat gefördert. Es steht noch nicht fest, welche Maßnahmen tatsächlich gefördert werden und welche eher nicht. 

Wenn Du Interesse an einer Weiterbildung für die Zukunft hast, kannst Du dich beim Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit erkundigen. Dort erhältst Du Informationen über die Beantragung vvon Zuschüssen und welche Weiterbildungsanbieter zertifiziert sind.

Bild: Anastasia Klingsiek
Anastasia Klingsiek (30 Artikel) Anastasia Klingsiek hat Germanistische Sprachwissenschaften und Literaturwissenschaften in Paderborn studiert. Während ihres Studiums hat sie bereits in journalistischen Redaktionen als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Moderationen, Nachrichten und Artikel: alles kein Problem. Texten war schon immer ihre Leidenschaft. Auf ausbildungsstellen.de ist sie für den Bereich rund um Berufseinstieg, Büroalltag und Work-Life-Balance zuständig. Letzte Artikel
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