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Rechte und Pflichten in der Ausbildung – Pflichten des Ausbilders

Rechte und Pflichten in der Ausbildung – Pflichten des Ausbilders
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Inhalt:
  1. Die Ausbildungspflicht des Ausbilders
  2. Dein Ausbilder ist für deine Ausbildung verantwortlich
  3. Pflichten des Ausbilders: Die Freistellung für den Berufsschulunterricht
  4. Ausbilder-Pflicht Berichtsheft kontrollieren
  5. Dein Ausbilder stellt dir Ausbildungsmittel zur Verfügung
  6. Die Pflicht des Ausbilders ist es, für deine Sicherheit zu sorgen
  7. Zeugnis-, Vergütungs- und Urlaubspflicht

Eine Ausbildung dient dem Erwerb berufsspezifischer Qualifikationen. Damit jeder Azubi die gleichen Chancen hat, eine bestmögliche Ausbildung zu genießen, gibt es im Berufsbildungsgesetz eine Vielzahl an Regeln, an die es sich zu halten gilt. Schließlich soll jeder Auszubildende einmal ein Experte auf seinem Gebiet werden. Das geht aber nur, wenn der Ausbilder seinen Pflichten nachkommt. Hier kannst du dich als Azubi darüber informieren, welche das sind!

Die Ausbildungspflicht des Ausbilders

Die Hauptaufgabe deines Ausbilders ist es, dich auszubilden. Dazu muss dieser dir alle Fertigkeiten, Qualifikationen und Kenntnisse vermitteln, die dich zum Erreichen des Ausbildungszieles führen. Zu dieser Pflicht gehört auch, dass du alle Ausbildungsinhalte planmäßig vermittelt bekommst. Hier kannst du selbst aktiv werden: Zu Beginn des Ausbildung erhältst du einen sogenannten Ausbildungsrahmenplan. Darin steht, wann du welche Fähigkeiten erlernen solltest. Gerät dein Ausbilder in Verzug, kannst du diesen daran erinnern, dass es Zeit für den nächsten Schritt ist. Dies ist sehr wichtig, da du ansonsten unter Umständen dein Ausbildungsziel nicht in dem vorgegebenen Zeitrahmen erreichen kannst.

Es ist die Pflicht des Ausbilders, dir nur Tätigkeiten anzuordnen, die für das Erreichen des Ausbildungszieles relevant sind. Alle anderen Aufgaben, die nichts mit der Ausbildung im engeren Sinne zu tun haben, bezeichnet man als ausbildungsfremde Tätigkeiten. Dazu gehören zum Beispiel Botengänge oder Hilfsarbeiten. Man darf einem Azubi im kaufma?nnischen Bereich nicht anordnen, den Garten vor dem Bürogebäude zu pflegen oder die Wände im Besprechungszimmer zu streichen. Solche Aufgaben haben nichts mit der Ausbildung zu tun und dürfen dir nicht auferlegt werden! Falls doch, kannst du dich auf den §14 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes berufen. Es ist die Pflicht des Ausbilders, dir alle Ausbildungsinhalte zu vermitteln, die du für deinen Ausbildungsberuf brauchst. Nicht mehr und nicht weniger.

Dein Ausbilder ist für deine Ausbildung verantwortlich

Ausbilder werden speziell geprüft. Sie müssen nicht nur die nötigen fachlichen Kompetenzen aufweisen können, sondern auch gewisse pädagogische Standards erfüllen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass dich in erster Linie dein Ausbilder ausbildet, und nicht zufällig der Kollege, der am wenigsten zu tun hat. Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass dein Ausbilder für deine Ausbildung verantwortlich ist und dir alle nötigen Fachkompetenzen für deinen Job vermitteln muss. Denn nur dieser hat im Ausbildungsbetrieb eine entsprechende Ausbildungsberechtigung. Eine Ausbildung kann deshalb streng genommen nur dann stattfinden, wenn auch ein Ausbilder im Unternehmen anwesend ist.

Natürlich ist es kein Problem, wenn dir ab und zu mal ein Kollege eine Kleinigkeit erklärt. Du kannst während deiner Ausbildung auch jeden beliebigen Mitarbeiter um Hilfe bitten oder dich über irgendwelche speziellen Sachen informieren. Trotzdem sollte aber in erster Linie dein Ausbilder immer an deiner Seite sein und dir mit Rat und Tat beiseite stehen. Wenn du das Gefühl hast, dass dem nicht so ist, dann solltest du dieses Problem unbedingt mit dem Ausbilder selbst oder mit deinem Chef besprechen.

Pflichten des Ausbilders: Die Freistellung für den Berufsschulunterricht

In Deutschland ist es verpflichtend, während einer dualen Ausbildung den Berufsschulunterricht wahrzunehmen. So wie der Auszubildende selbst die Pflicht erfüllen muss, am Berufsschulunterricht teilzunehmen, so hat auch der Ausbilder die Pflicht, diesen dafür freizustellen. Es ist nicht gestattet, den Azubi davon abzuhalten, in die Berufsschule zu gehen. Man darf dich während der Ausbildung nicht darum bitten, die Schule mal sausen zu lassen, nur weil gerade so viel im Ausbildungsbetrieb zu tun ist. Falls das doch mal passiert, dann verletzt dein Ausbilder damit seine Pflicht, dich jederzeit für den Berufsschulunterricht freizustellen. Übrigens: Auszubildende müssen auch für alle anderen Ausbildungsmaßnahmen, die außerhalb des Betriebes stattfinden, freigestellt werden. Dazu zählen auch Prüfungen.

Ausbilder-Pflicht Berichtsheft kontrollieren

Als Auszubildender bist du dazu verpflichtet, einen Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) zu führen. Diesen Ausbildungsnachweis benötigst du später einmal, um dich für die Abschlussprüfung anzumelden. Damit dieses wichtige Dokument ordnungsgemäß und richtig geführt wird, muss dein Ausbilder dein Berichtsheft regelmäßig kontrollieren und abzeichnen. Achte darauf, dass dein Ausbilder sich dein Berichtsheft auch wirklich regelmäßig anschaut und unterschreibt.

Dein Ausbilder stellt dir Ausbildungsmittel zur Verfügung

Eine Ausbildung muss für jeden kostenlos sein. Ausbildungsmittel wie das Berichtsheft, Werkzeuge oder andere Arbeitsmaterialien muss dir dein Ausbilder zur Verfügung stellen. Die einzige Ausnahme: Deine Arbeitskleidung musst du in der Regel selbst bezahlen. Diese wird nur dann übernommen, wenn sie deinem Schutz dient. Sicherheitsschuhe oder -brillen fallen darunter. Eine schwarze Hose und ein weißes Hemd, wie sie für eine Ausbildung in der Gastronomie verlangt werden, gehören leider nicht dazu.

Die Pflicht des Ausbilders ist es, für deine Sicherheit zu sorgen

Bist du während der Ausbildung noch minderjährig, dann greift die sogenannte Aufsichtspflicht des Ausbilders. Wer während der Ausbildung bereits volljährig ist, wird auch besonders geschützt. Dein Ausbilder ist dazu verpflichtet, für deine Sicherheit zu sorgen. In erster Linie bedeutet das, dass du über alle Sicherheitsrisiken informiert wirst. Dein Ausbilder zeigt dir alle Gefahrenquellen und wie du diese vermeiden kannst. Dein Ausbilder achtet darauf, dass man dir keine Aufgaben gibt, die deine körperliche Kraft übersteigen. Wenn ein Azubi Opfer von Mobbing oder sexueller Belästigung wird, dann sollte umgehend der Ausbilder informiert werden. Dieser ist für den Schutz und die Sicherheit seiner Azubis verantwortlich. Sowohl körperlich als auch seelisch.

Zeugnis-, Vergütungs- und Urlaubspflicht

Dein Ausbilder verpflichtet sich dazu, dir Urlaubstage zu gewähren. Auch die Vergütung des Auszubildenden ist ein Muss in einer dualen Ausbildung. Dein Ausbilder ist außerdem dazu verpflichtet, dir nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses ein Zeugnis auszustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob du die Ausbildung nach drei Jahren beendest oder sie vorzeitig abbrichst. Jeder Azubi hat ein Recht auf ein Zeugnis. Der Ausbilder ist dazu verpflichtet, dieses auch auszustellen.

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