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Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – Was tun bei sexueller Belästigung in der Ausbildung

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz – Was tun bei sexueller Belästigung in der Ausbildung
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Inhalt:
  1. Wann handelt es sich um sexuelle Belästigung?
  2. Was tun bei sexueller Belästigung während der Ausbildung?
    1. Das richtige Verhalten bei sexueller Belästigung am Ausbildungsplatz

Sexuelle Belästigung während der Ausbildung kann vielfältige Formen annehmen. Sei es das verschicken pornographischer Bilder per E-Mail, oder ganz konkrete Aufforderungen zu sexuellem Handeln. Diese Übergriffe können sowohl von Kollegen, von anderen Azubis, oder sogar vom Ausbilder oder Chef selbst kommen. Egal um welche Form oder welche Person es sich handelt, Betroffene sollten niemals dazu schweigen!

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist immer noch ein Tabu-Thema. Umso erschreckender ist es, dass rund 20% aller Frauen angeben, in ihrem Berufsleben einmal sexuell belästigt worden zu sein. Damit diese hohe Zahl an Betroffenen nicht noch weiter steigt, ist es so wichtig, dass diese sich zu Wort melden. Doch leider überwiegen oft Angst und Schamgefühle. Die Situation einfach hinzunehmen, oder sich womöglich gar selbst die Schuld dafür zu geben, ist der absolut falsche Weg. Gerade Azubis sind, weil sie neu im Betrieb sind und in der Regel auch die Jüngsten, leichte Opfer. Hier erfährst du, wann genau unangenehme Übergriffe sexuelle Belästigung darstellen, und wie du dich während der Ausbildung dagegen wehren kannst!

Wann handelt es sich um sexuelle Belästigung?

Das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz spricht dann von sexueller Belästigung, wenn ein unerwünschtes, sexuell motiviertes Handeln erfolgt. Das muss nicht immer nur eine unsittliche körperliche Berührung sein, denn bereits Bemerkungen können unter sexuelle Belästigung fallen, wenn sie die Würde einer anderen Person verletzen. Hier findest du ein paar ganz konkrete Beispiele für sexuelle Belästigung während der Ausbildung:

  • Herabwürdigende Blicke und Gesten
  • Aufdringliches Verhalten
  • Aufforderungen zu sexuellem Handeln
  • Androhung von beruflichen Nachteilen wenn sexuelle Handlungen verweigert werden
  • Versprechen von beruflichen Vorteilen bei Befolgen sexueller Aufforderungen
  • Kommentare über das Äußere mit sexistischem Hintergrund
  • Sexistische Bemerkungen und Witze
  • Unnötiger Körperkontakt
  • Sexuell bestimmte körperliche Berührungen
  • Das Zeigen pornographischer Darstellungen am Arbeitsplatz

Jegliches Handeln, dass von einer Seite nicht erwünscht und sexuell motiviert ist, fällt unter Belästigung. Auf keinen Fall sollte man sich einreden, dass man überreagiert! Bemerkungen, die vom „Täter“ als harmlos ausgelegt werden, aber die eigene Würde verletzen, sollte niemand stillschweigend hinnehmen. Das gilt vor allem dann, wenn die Belästigung nicht nur verbaler Natur ist, sondern sich sogar in körperlichen Übergriffen äußert.

Was tun bei sexueller Belästigung während der Ausbildung?

Als Azubi hast du dich sicherlich schon über deine Rechte und Pflichten in der Ausbildung informiert. Doch kennst du auch die Pflichten deines Ausbilders? Dieser ist nämlich dazu verpflichtet darauf zu achten, dass du sittlich und körperlich nicht gefährdet wirst. Aus diesem Grund sollte der erste Schritt der Gang zum Ausbilder sein. Diesem schilderst du die Art und Weise, in der du dich sexuell Belästigt fühlst und nennst auch konkret diejenige Person, von der diese Handlung ausgeht.

Sollte es allerdings der Ausbilder selbst sein, von dem die Nötigungen ausgehen, dann suche das Gespräch mit deinem Chef. Dieser sollte auf der Stelle erfahren, wenn einer seiner Mitarbeiter solch ein gravierendes Fehlverhalten an den Tag legt. Nur so gibst du deinem Ausbildungsbetrieb die Chance, etwas an der Situation zu verändern! Egal an wenn du dich wendest, die Person wird Sanktionen gegen den „Täter“ erheben und versuchen alles zu Unternehmen, damit keine weiteren Übergriffe mehr stattfinden können. Je nach Schwere der Belästigung droht diesem sogar eine fristlose Kündigung.

Du brauchst keine Angst davor zu haben, dass man dich nicht ernst nimmt oder dass man etwas gegen deinen Willen unternimmt. Unternehmen wissen, was in solchen Fällen zu tun ist und werden alles in Bewegung setzen, damit du dich an deinem Ausbildungsplatz wieder wohl und sicher fühlst. In der Regel werden dafür speziell geschulte Fachkräfte zu Rate gezogen. Diese werden dir mit einer kompetenten Beratung zur Seite stehen und dir dabei helfen, deine negativen Erlebnisse während der Ausbildung verarbeiten zu können.

Das richtige Verhalten bei sexueller Belästigung am Ausbildungsplatz

Grundsätzlich sollten Opfer sich immer zur Wehr setzen. Du könntest zum Beispiel damit beginnen, klipp und klar dem Täter gegenüber auszudrücken, dass dieser sein Verhalten unterlassen soll. Wenn dieser trotzdem weitermacht, dann empfiehlt es sich, Tagebuch zu führen. Schreibe jede Bemerkung, jede Berührung auf. Am besten so genau wie möglich, mit Datum und Uhrzeit. Dann hast du etwas ganz Konkretes in der Hand, womit du dann zum Chef, Betriebsrat, oder sogar vor Gericht gehen kannst.

Zudem solltest du dich an eine Beratungsstelle wenden. Mit diesem Schritt darfst du auf keinen Fall zu lange warten. Wer Opfer sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ist, kann sich nicht mehr so gut konzentrieren, erbringt schlechtere Leistungen und droht damit sogar, sein Ausbildungsziel nicht zu erreichen. Im schlimmsten Fall droht eine so starke psychische Belastung, dass ein Ausbildungsabbruch oder eine schwerwiegende Depression folgen können. Lass es nicht so weit kommen und hol dir Hilfe. Damit der Täter seine gerechte Strafe bekommt und du den Rest deiner Ausbildung genießen kannst. Hier findest du eine kostenlose Telefonnummer, die Hilfe bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz anbietet: https://www.hilfetelefon.de/informationen/sexuelle-belaestigung-am-arbeitsplatz.html

 

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